Integration Kardinal Reinhard Marx besucht Kindergarten

05.12.2017

Es ist Tradition: Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit besucht der Erzbischof von München und Freising eine kirchlich-soziale Einrichtung im Erzbistum. Heuer einen integrativen Kindergarten. Die Freude über seinen Besuch war groß.

Kardinal Reinhard Marx spielt mit den Kindern.
Kardinal Reinhard Marx spielt mit den Kindern. © Kiderle

Garmisch-Partenkirchen – Große, leuchtende Kinderaugen, rote Wangen und munteres Geplapper empfangen Kardinal Reinhard Marx. Die Kinder der insgesamt sechs Gruppen des Integrationskindergartens des Vereins Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) in Garmisch-Partenkirchen sind mächtig aufgeregt. Der Münchner Erzbischof führt seinen traditionellen vorweihnachtlichen Besuch heuer bei ihnen durch. „Wir sind sehr stolz und freuen uns riesig über diese Anerkennung“, sagt Alfred Heinle, Vorsitzender des Trägervereins.

Die KJE betreut und fördert Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder mehrfachen Behinderungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und ist korporatives Mitglied des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising. Dass Kardinal Marx heuer nach Garmisch-Partenkirchen kommen würde, davon ist auch Ronald Kühn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des KJE, überrascht worden. „Schon die Anfrage aus München kam unvorbereitet. Dass wir dann letztendlich auch noch ausgewählt worden sind, ist wirklich eine große Ehre für uns“, erzählt Kühn.

Wertschätzung der Arbeit

Auf seinem Rundgang spricht der Erzbischof mit vielen der kleinen Gastgeber, die ihm so manches Ständchen singen. Geduldig und mit viel Herzenswärme beantwortet er Fragen wie „Bist Du der Nikolaus?“. Lächelnd stellt er die Gegenfrage: „Bereitet Ihr Euch denn auf den Nikolaus vor?“

 Kardinal Reinhard Marx verteilte kleine Engelsfiguren aus Holz für die Kinder.
Kardinal Reinhard Marx verteilte kleine Engelsfiguren aus Holz für die Kinder. © Kiderle

Für die Leiterin des Integrationskindergartens, Petra Röger, ist es ein ganz besonderer Tag: „Für uns alle bedeutet dieser Besuch eine große Wertschätzung unserer Arbeit“, erklärt sie und freut sich auch besonders über eine Spende von 10.000 Euro, die der Erzbischof überbringt. „Das Geld können wir sehr gut gebrauchen, auch wenn wir schon hervorragend ausgestattet sind“, sagt Röger. Bereits angeschafft wurde ein neigbarer Tisch mit einem speziellen Ausschnitt für die kleinen Rollstuhlfahrer. Außerdem soll die Matschstelle im Garten mit einem Anbau so hergerichtet werden, dass auch Kinder im Rollstuhl dort spielen können. Und Terrassenmöbel für die Kindergartengruppen stehen auch noch auf dem Wunschzettel der 102 Kinder, die den etwa 1.500 Quadratmeter großen, 2013 eröffneten Kindergarten mit insgesamt 30 Förderplätzen derzeit besuchen.

Jeder ist ein Geschenk Gottes

Es sei eine wichtige Aufgabe, behinderte und nichtbehinderte Menschen in eine Gemeinschaft zu führen, betont der Erzbischof. „Unterschiede trennen nicht, sie bereichern.“ Was die integrative Einrichtung in Garmisch-Partenkirchen im Kleinen mache, gelte für eine gesamte Gesellschaft, auch in Bezug auf Menschen unterschiedlicher Hautfarbe oder Religion. „Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes an die ganze Welt“, macht Kardinal Marx die Wichtigkeit integrativer Einrichtungen deutlich.

Zum Abschluss kommen alle im Mehrzweckraum zusammen. Landrat Anton Speer und die Erste Bürgermeisterin Garmisch- Partenkirchens, Sigrid Meierhofer (SPD), sprechen Grußworte und Kardinal Reinhard Marx segnet neue Kreuze für die Gruppenräume und kleine Engelsfiguren aus Holz für die Kinder. Als Höhepunkt tragen die Kinder Gedichte und Lieder vor und überbringen dem Erzbischof ihrerseits kleine Geschenke. (Barbara Falkenberg)

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