72-Stunden-Aktion Kardinal trifft Indianer und einen Kommissar

24.05.2019

Bei der bundesweiten Sozialaktion "72-Stunden" des BDKJ hat Schirmherr Kardinal Marx ein inklusives Projekt besucht.

72 Stunden für ein Indianer-Tipi, in dem Kardinal Marx Diakon Willi Kuper mit dem Indianerruf begrüßt. © Kiderle/SMB

München - Diakon Willi Kuper und einige Väter ziehen noch die die Stangen des etwa vier Meter hohen Tipis zurecht. Verschiedene Gruppen aus dem Pfarrverband Sankt Heinrich und Sankt Stephan in München haben es als Teil der bundesweiten Sozialaktion „72-Stunden“ des katholischen Jugenddachverbandes BDKJ gebaut und mit Kindern aus der Inklusiven Grundschule an der Garmischer Straße bemalt, an die auch ein Kindergarten und ein Hort angeschlossen sind. Firmlinge haben den Boden planiert auf dem es jetzt steht und einen kleinen Weidenpfad angelegt, der zum Tipi hinführt. Mit dem aufgemalten Adler und der Sonne sieht es echt indianisch aus. Die Buben und Mädchen tragen Stirnbänder mit Federn, die Kinder aus der Pfarrei und dem inklusiven Kindergarten miteinander gebastelt haben. "Das ist viel schöner, wenn man das zusammen selber macht, als wenn man so etwas kauft“, erklärt die siebenjährige Leni.

Begegnungen, die es sonst nicht gäbe

Etwa 130 Jugendliche, Kinder und Eltern aus dem Pfarrverband sowie 100 Kinder aus der inklusiven Grundschule haben mitgeholfen, dass die 72Stunden-Aktion an diesem Ort verwirklicht wird. „Dadurch finden Begegnungen statt, die es sonst nicht gäbe“, sagt Diakon Kuper. Das Tipi habe nun seinen festen Standort im Schulgarten, „aber es wird auch beim Zeltlager des Pfarrverbandes aufgestellt und verbindet uns jetzt.“ Er erwähnt noch, dass schon ein gemeinsames Fußballturnier verabredet sei und geht dann schnell auf Kardinal Reinhard Marx zu, der gerade eingetroffen ist. Er ist Schirmherr der 72-Stunden-Aktion und will sich anschauen, was der BDKJ da auf die Beine stellt. Beeindruckt schlüpft er ins Tipi und begrüßt den Diakon und die Kinder mit einem Indianerruf, den sie erwidern. Natürlich wird an einem Indianer-Nachmittag auch getrommelt und Kardinal Marx sitzt im Kreis und schlägt im Takt mit.

Trommeln mit Miroslav Nemec

An seiner Seite ist aber kein Indianer, sondern ein Kommissar: „Tatort“-Ermittler Miroslav Nemec ist der Überraschungsgast. Er wohnt im Stadtviertel und seine Tochter besucht die inklusive Grundschule. Nun trommelt er mit dem Kardinal, der das grüne T-Shirt der 72-Stunden-Aktion trägt. „Hoch würdig und ganz toll “ findet Nemec den Besuch von Reinhard Marx und hält seinerseits das Maskottchen der 72-Stunden-Aktion, den „Stoppi“, vor die Kameras der versammelten Fotografen. „Super, was die Kirche da macht“, sagt er und plaudert dann noch mit dem Kardinal. Der hat aber nicht lange Zeit, denn er muss zum Interview. Die Kinder der Grundschule haben Fragen vorbereitet und zeichnen das Gespräch auf.

Interview mit Julius

Julius besucht die zweite Klasse und sitzt im Rollstuhl. Er moderiert die letzte Runde und fragt den Kardinal nach seiner „Karriere“ und der erzählt ihm, das er schon als Kind Priester werden wollte, so wie andere Schauspieler, Kommissar oder gleich beides. Julius ist sehr zufrieden mit dem Interview: „Er hat sehr gut geantwortet, und auch so, dass wir Kinder es verstehen.“ Und auch mk online gibt Kardinal Marx eine glasklare Antwort auf die Frage, warum denn die 72 Stunden-Aktion so wichtig ist: „Wir Christen wissen, dass es unser Lebensprogramm ist, in unserer Gesellschaft deutlich zu machen, was Nächstenliebe und Solidarität bedeutet und wenn wir da einschlafen und nicht aktiv sind, dann wäre ich sehr traurig.“ Sagt´s und wird dann von Julius an den Basteltisch geführt. Dort zeichnet er auf einem grünen Karton den Umriss der Kardinalshand nach, der ausgeschnitten wird: altes indianisches Freundschaftssymbol, zumindest bei der 72-Stunden-Aktion in der inklusiven Grundschule.

Video

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Die 72-Stunden-Aktion

Das könnte Sie auch interessieren

Jugendliche durften den Bambi für das 72 Stunden Projekt entgegennehmen.
© imago

Medienpreis "Unsere Zukunft" 72-Stunden-Aktion gewinnt Bambi

Die Welt in 72 Stunden ein Stückchen besser machen - dafür ist die 72-Stunden-Aktion des BDKJ bekannt und jetzt auch ausgezeichnet.

22.11.2019

© Stock_Adobe/Bill Perry

Roman über Indianer in der Stadt Eine Wunde, die nicht verheilt

Wie leben die American Natives in den Städten der USA heute, was heißt es Indianer zu sein – darüber ist jetzt ein Roman erschienen, in den USA vielfach preisgekrönt. Der Autor Tommy Orange beschriebt...

24.09.2019

Die Peitinger Ministranten mit ihrem mobilen Verkaufsstand.
© Tatjana Hämmerle

72-Stunden-Aktion Peitinger Minis bauen mobilen Verkaufsstand

Auch die Peitinger Ministranten von St. Michael haben sich an der 72-Stunden-Aktion beteiligt. Das Besondere: Bei ihrer Aufgabe handelt es sich um ein sogenanntes „Get-It“-Projekt.

27.05.2019

© Kiderle/SMB

72-Stunden-Aktion Sozial nicht nur in Netzwerken

De Sozial-Marathon des BDKJ hat eines gezeigt: Junge Menschen lassen sich gewinnen, wenn es darum geht, etwas für andere zu tun. Ein gutes Signal für Kirche und Gesellschaft.

27.05.2019

Gemeinsam wurde in drei Tagen ein Blühstreifen geschaffen.
© Kiderle

72-Stunden-Aktion Blumen für die Kirche

Aus einem grauen Schotterweg wurde eine Blühstreifen: Kinder und Jugendliche haben dafür drei Tage großen Einsatz bewiesen.

25.05.2019

Besuch bei Nachtdienstlern in der Notaufnahme des Klinikums Harlaching
© Karola Braun

72-Stunden-Aktion Jugendliche bedanken sich bei Menschen, die in der Nacht arbeiten

Stundenlang haben Jugendliche der Pfarrei „Heilige Familie“ in Harlaching gebacken. Am Abend ging es dann zu den Nachtdienstlern.

25.05.2019

© Caritas Kinderdorf Irschenberg

72-Stunden-Aktion Ilse Aigner besucht Caritas Kinderdorf Irschenberg

Eine Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks Miesbach hat in den nächsten Tagen im Caritas Kinderdorf Irschenberg viel vor. Die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat sie vor Ort besucht.

25.05.2019

Monsignore Thomas Schlichting war beim Startschuss in München mit dabei.
© BDKJ

Bund Deutscher Katholischer Jugend 72-Stunden-Aktion ist eröffnet

Die bundesweite Solidaritätsaktion der katholischen Jugend ist in Würzburg offiziell eröffnet worden. Parallel dazu hat in München die erste Aktionsgruppe gleich losgelegt.

24.05.2019

Maskottchen Stoppi ist auch mit dabei
© BDKJ Bundesstelle

72-Stunden-Aktion "Die Welt ein Stückchen besser machen"

Am Donnerstag fällt der Startschuss für die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Projektleiter Sebastian Appolt gibt im Interview Einblicke in die vielfältigen...

22.05.2019

Kein Stein bleibt bei der 72Stunden-Aktion auf dem anderen.
© BDKJ Bundesstelle

Bund Deutscher Katholischer Jugend Mehr als 80.000 Jugendliche bei 72-Stunden-Aktion

Am Donnerstag fällt Punkt 17.07 Uhr in Würzburg der Startschuss zu der Aktion. Im Erzbistum München und Freising geht es dann direkt los.

21.05.2019

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren