mkn-Wiesnaktion voller Erfolg Karussell statt Festzelt

05.10.2013

Das Oktoberfest ist ein Fest der Superlative: Allein bis zur Wiesn-Halbzeit kamen rund 3,5 Millionen Gäste und tranken ebenso viele Maß Bier, verspeisten zehntausende Hendl und aßen 60 Ochsen. Doch beim Bummel unterhalb der Bavaria können auch die Preise schnell jede Vorstellung übersteigen – gerade wenn die ganze Familie mit gebrannten Mandeln umsorgt gehört und die Kinder Kettenkarussell fahren wollen. Die Münchner Kirchennachrichten haben deshalb während des Oktoberfestes vierzehn Wiesn-Pakete für Familien verlost.

Wer mit der ganzen Familie auf die Wiesn geht, ist schnell ein kleines Vermögen los. (Bild: koi88 - Fotolia.com)

München - Die Waggons rauschen in den Looping. Schreie übertönen für ein paar Sekunden die Melodie aus dem Abenteuerfilm „Indiana Jones“. Die Gesichter zu Grimassen verzerrt, die Hände verkrampft an den Bügeln wirken die Fahrgäste von weitem wie im Würgegriff. Doch als sie die Achterbahn nach einer zweiten Runde über steile Kurven und Schrauben zu Fuß über eine Hängebrücke verlassen, tritt wieder ein breites Lächeln in ihr Gesicht. „Die neue Achterbahn war ganz nett“, sagt Stephan Heusser mit der Gelassenheit eines 15-Jährigen. „Aber am Ende hab ich mir den Kopf angehauen.“ Einer Schlange nachempfunden winden sich die grünen Schienen der Themenbahn „Cobra“ dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Münchner Oktoberfest.

Gemeinsam mit seinen Eltern Jürgen (48) und Anke (45) nutzt Stephan die Freikarten aus dem gewonnenen Wiesn-Paket. Seine ältere Schwester hatte keine Lust mit der Familie das Oktoberfest zu besuchen: „Sie ist fast 17. Mit den Eltern auf die Wiesn zu gehen, ist dann nicht mehr cool“, sagt Jürgen Heusser. „Da ist sie lieber mit den Freundinnen oder der Clique draußen.“

Für viele jüngere Kinder wie die Buben von Familie Luberstetter käme ein Fernbleiben nicht in Frage. Gerade für Jahrmarktsneulinge waren neben einem Lebkuchenherz, Stiften und einer Einmal-Kamera einige Freikarten-Schmankerl zu finden: Ob beim Schiffschaukeln, im Flohzirkus oder gar beim Bestaunen der Steilwand-Akrobatik der wilden Kerle in Pitt’s Todeswand blieb einigen Kindern der Atem weg. Die Motorschau ist schließlich eine der waghalsigsten Attraktionen auf dem Oktoberfest.

Auch die Ministranten-Gruppe aus der Pfarrei St. Martin in Untermenzing wird noch länger von ihrem Besuch auf der Wiesn erzählen: Schließlich bekamen die Schüler unter ihnen für das Ministrieren beim traditionellen Oktoberfestgottesdienst (siehe unten) schulfrei und konnten danach gemeinsam über die Schaustellerstraße ziehen.

Die Heussers aus Milbertshofen genossen ihren restlichen Tag auf der Wiesn auch zu Dritt: Nach dem Ritt auf der „Cobra“ folgten „Hexenschaukel“ und „Parkour“, ein Fahrgeschäft, das nach dem gleichnamigen Extremsport benannt ist. Über den Klassiker „Hau den Lukas“ ging es schließlich auf die Oidn Wiesn. Alles in allem ein gelungener Tag, auch wenn die Hammer-Schläge die Klingel am oberen Ende des Kräftemessers nicht zum Läuten brachten. (Andreas Schneider)

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