Obdachlosenhilfe Katerina Jacob unterstützt Caritas-Küche

14.10.2020

In der Münchner Innenstadt steht seit kurzem ein knallroter Foodtruck mit warmen Mahlzeiten für Obdachlose. Schauspielerin Katerina Jacob hat bei der Essensausgabe geholfen. Altersarmut ist ihr ein besonderes Anliegen.

Schauspielerin Katerina Jcob hält ein Tablett in der Hand und steht vor der Münchner Korbinian-Küche
Katerina Jacob hat das Team der Münchner Korbinian-Küche bei der Essensausgabe unterstützt. © Müller-Ranetsberger/ Caritas München

München – Es ist ein grauer Mittwochnachmittag, 14.30 Uhr. Menschen aller Nationalitäten haben sich am Münchner Karl-Stützel-Platz beim Alten Botanischen Garten versammelt: Senioren, Familien, Obdachlose, aber auch Studenten, die sich kein warmes Essen leisten können. Mitten unter ihnen: TV-Star Katerina Jacob. Sie will auf die Initiative der Caritas aufmerksam machen.

Situation in München "beschämend"

Die Schauspielerin, die Ende der 1990er Jahre in der Serie „Der Bulle von Tölz“ als Kriminalkommissarin an der Seite von Ottfried Fischer bekannt wurde, zeigt sich bewegt von den Menschen, die in der bayerischen Landeshauptstadt von Armut und Obdachlosigkeit betroffen sind. Auch in ihrem neuen Film „Anna und ihr Untermieter“ gehe es um eine ältere Dame, die wegen drohender Armut einen Untermieter bei sich aufnehmen muss.

Jacob findet es „beschämend“, dass es in einer Stadt wie München überhaupt derartige Verhältnisse gibt. Daher setzt sie sich für eine Rentenreform oder das bedingungslose Grundeinkommen ein, damit Menschen in den Ballungsräumen trotz der hohen Miet- und Lebenshaltungskosten „überleben können“. Für Frauen fordert die sozialpolitisch engagierte Künstlerin zudem einen besonderen Schutz. Ihnen solle die Kinderbetreuungszeit auf die Rente angerechnet werden, da gerade die geburtenstarken Jahrgänge sonst später in Altersarmut rutschen würden.

Bis zu 600 Mahlzeiten täglich

Die Korbinian-Küche des Diözesancaritasverbandes existiert seit Ende September. Der Name ist nicht zufällig gewählt. Er soll an den Bistumspatron erinnern, der sich auch sehr für die Armen engagierte. Jeden Tag erhalten Bedürftige hier mittags und abends kostenlos eine warme Mahlzeit. „Die Mitarbeiter der Caritas sind für uns wie Engel“, sagt Günther (Name geändert). Der Mitfünfziger in dem abgewetzten grauen Anorak kommt jeden Tag hierher und ist, wie die vielen anderen Gäste auch, dankbar für die Hilfe, die er erhält. Denn alle werden hier nicht nur verköstigt, sondern die Mitarbeiter haben auch ein offenes Ohr für sie, betont Projektleiterin Marlies Brunner.

Einen Nachweis müssen die Bedürftigen nicht erbringen, viele schämen sich für ihre Lebenssituation. Täglich werden am Foodtruck der Korbinian-Küche bis zu 600 warme Mahlzeiten verteilt. „Es kann jeden treffen“, betont Brunner. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Um die erforderlichen Abstände und Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Covid-19 einzuhalten, ist Sicherheitspersonal nötig. Doch die Sicherheitsleute bringen auch den Menschen eine Mahlzeit, die es nicht mehr bis zum Foodtruck schaffen.

Mehr gibt es auf der Homepage der Münchner Korbinianküche. Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann auf das Spendenkonto überweisen: Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE04 7002 0500 8850 0004 00, BIC BFSWDE33MUE, Stichwort: „Korbinian-Küche.

Die Gründe für die Armut der Menschen sind vielschichtig. Ein Obdachloser erzählt, er habe in verschiedenen Jobs gearbeitet und in guter Lage am Ammersee gewohnt. Doch die Trennung von seiner Frau habe ihn gebrochen. Nun sammelt er Pfandflaschen und nimmt täglich das Angebot der Korbinian-Küche in Anspruch.

Bei ihrem Projekt wird die Caritas von der Stadt München und der Abtei St. Bonifaz unterstützt. Mindestens bis Ostern 2021 soll das Projekt bestehen. (ml/flo)


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