Patrona Bavariae Katholiken feiern 100 Jahre "Schutzfrau Bayerns"

12.05.2017

Altötting, Vierzehnheiligen, Bogenberg, Retzbach, Augsburg, Eichstätt und nun München: Das sind die Wallfahrtsetappen zum 100-jährigen Jubiläum des Festtages „Patrona Bavariae“. Bereits seit 2011 pilgern die bayerischen Bischöfe und Gläubigen jedes Jahr in eine andere Diözese. Ein Rückblick.

Die Marienstatue vor dem Münchner Rathaus ist das Ziel der Pilger im Jahr 2017.
Die Marienstatue vor dem Münchner Rathaus ist das Ziel der Pilger im Jahr 2017. © SMB

München – "In der Freisinger Bischofskonferenz wurde 2010 überlegt, wie man 100 Jahre Patrona Bavariae feiern könnte“, erinnert sich Weihbischof Wolfgang Bischof. „Dort entstand die Idee, in jedem Jahr bis zum Jubiläum an einem Wallfahrtsort jeder bayerischen Diözese zu feiern“, ergänzt er. An die–– einzelnen Etappen erinnert sich Weihbischof Bischof gut, denn er wurde von der Freisinger Bischofskonferenz zum Beauftragten für diese Wallfahrten ernannt. Deren Beginn markierte im Jahr 2011 Altötting. „Das war ein beeindruckendes Ereignis, weil der Kapellplatz richtig voll war – nicht zuletzt wegen der großen Jugendwallfahrt, die gleichzeitig stattfand.“ Im Folgejahr sei die Teilnahme an der bayernweiten Wallfahrt nach Vierzehnheiligen dagegen „etwas ernüchternd“ gewesen. In der Erzdiözese Bamberg wurde zeitgleich das 1000-jährige Domjubiläum gefeiert, so dass nur rund 1.500 Gläubige kamen.

2013 führte die Marienwallfahrt der bayerischen Bischöfe auf den Bogenberg bei Straubing im Bistum Regensburg, wo die Darstellung einer schwangeren Maria verehrt wird. Gut 8000 Pilger versammelten sich hier. Einige Hundert von ihnen kamen sogar mit dem Schiff. „Ab da gehörte es zum kirchlichen Jahreslauf dazu, an der jeweiligen Wallfahrt teilzunehmen“, weiß Weihbischof Bischof.

Videos von den Wallfahrten in den letzten Jahren, finden Sie hier.

Rund 6.000 gläubige Frauen und Männer kamen 2014 nach Retzbach im Bistum Würzburg. „An diesem Tag hat es in ganz Bayern fürchterlich geregnet, nur in Retzbach war herrliches Wetter“, schmunzelt Wolfgang Bischof. „Auch das war eine schöne Erfahrung.“ Ab 2015 führen die Wallfahrten in größere Orte: Zunächst nach Augsburg, wo in der kleinen Kirche St. Peter am Perlach die Darstellung von Maria als „Knotenlöserin“ verehrt wird, die Papst Franziskus so gut gefiel, dass er Bilder davon verschenkte.

Pilger bei der Marienwallfahrt im Bistum Eichstätt.
Pilger bei der Marienwallfahrt im Bistum Eichstätt. © Kiderle

2016 war schließlich in Eichstätt der gesamte Residenzplatz voller Pilgerinnen und Pilger. Viele von ihnen waren schon auf den vorhergehenden Wallfahrten. Zum Beispiel Gerda O., die Pilgerschals mehrerer Jahre gesammelt hat. „Die Wallfahrten des Jubiläums der Patrona Bavariae sind einfach schöne Veranstaltungen. Man kann sich einfach unverkrampft am gemeinsam praktizierten Glauben freuen“, sagt die engagierte Katholikin, die auch nach München kommen will.

Dort arbeitet das Organisationsteam hinter den Kulissen auf Hochtouren. Vor allem die vielen Baustellen in Münchens Stadtzentrum sowie die Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke gerade während des Wallfahrtswochenendes lassen die Köpfe rauchen. Immerhin können die Pilger auf die U-Bahnlinie umsteigen, die den Busparkplatz auf der Theresienwiese sowie Haupt- und Ostbahnhof mit der Innenstadt verbindet. Schon am Vorabend finden Veranstaltungen statt, vor allem im Rahmen eines Jugendprogramms. Am Samstag, 13. Mai, bieten Verbände und Gruppen ab 10 Uhr an verschiedenen Plätzen der Innenstadt viel an Kultur und Begegnungsmöglichkeiten. Ab 15 Uhr werden schließlich die Teilnehmer aus den sieben bayerischen (Erz-)Diözesen und orthodoxe Christen in acht Zügen aus verschiedenen Richtungen zur Mariensäule ziehen, wo die Eucharistiefeier mit anschließender Marienweihe stattfindet.

Anschließend gibt es wieder inhaltliche Angebote. All das muss logistisch gestemmt werden und erfordert viel Flexibilität: Wo sind Infostände und Helfer? Durch welche Straßen wird bei der Sternwallfahrt welcher Zug geführt? Wie schirmt man den Gottesdienst mitten in Münchens Einkaufsmeile von Touristen und Wochenend-Shoppern ab? Wie kann man auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen eingehen? Das Motto der letzten Pilgeretappe „Auf dem Weg mit Maria: Mitten im Leben“ erfährt in München eine spannende Erdung.

Wegbeschreibungen, das vollständige Programm und noch mehr Infos zu dem 100-jährigen Jubiläum des Festes Patrona Bavariae finden Sie hier.

Eucharistiefeier mit Kardinal Reinhard Marx bei der Wallfahrt auf den Bogenberg am 1. Mai 2013.
Eucharistiefeier mit Kardinal Reinhard Marx bei der Wallfahrt auf den Bogenberg am 1. Mai 2013. © Riffert

Der Feiertag „Patrona Bavariae“ wurde vor hundert Jahren – also mitten im Ersten Weltkrieg – auf Drängen König Ludwigs III. von Papst Benedikt XV. genehmigt. Noch älter ist allerdings der Titel „Patrona Bavariae“ (Regentin Bayerns) für Maria. Er ist seit 1616 verbürgt, als Kurfürst Maximilian I. angesichts des drohenden Dreißigjährigen Krieges sein Herzogtum unter den Schutz der Gottesmutter stellte. Maximilian war es schließlich auch, der die Mariensäule errichten ließ, an der nun das Jubiläum gefeiert wird.

Beide Daten haben viel mit bedrohenden Szenarien zu tun. Hat die 100-Jahr-Feier angesichts der vielen Konflikte in der Welt eine besondere Bedeutung? Weihbischof Wolfgang Bischof will keine Analogie herstellen. „Es gibt immer wieder Situationen, wo Menschen spüren, dass sie nicht alles aus sich selbst heraus tun können“, erklärt er. Dann dächten sie neu nach. Wer sich mit dem Evangelium auseinandersetze, stoße dort auf Maria. Sie sei offen gewesen für Gottes Wort und habe ihm immer vertraut. „Und in ihr haben wir eine gute Fürsprecherin und ein Vorbild im Glauben“, betont Weihbischof Bischof. (Gabriele Riffert)

Video

Dieser Artikel gehört zum Thema 100 Jahre Patrona Bavariae

Das könnte Sie auch interessieren

© imago

Mit Marien-App wallfahren Gottesmutter auf Smartphone

Maria kann man sich auf unterschiedliche Weise nähern – traditionell im Rosenkranzgebet oder bei einer Maiandacht oder auf neue Art: mit einer App, die der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB)...

04.05.2017

© SMB/Schmid

Buntes Programm feiert Gottesmutter Maria Gebet, Musik und Kunst

Mit einem großen Marienfest in der Münchner Innenstadt soll am 12./13. Mai das 100-jährige Jubiläum der Erhebung zum kirchlichen Fest gefeiert werden. Besonders Jugendliche und Familien sind zu dem...

04.05.2017

Auf WhatsApp teilen