Katholiken in Jerusalem feiern Ostermesse

31.03.2018

Ostern löst nicht alle Probleme. Aber das Fest kann zu einem neuen Blick auf uns selbst und unsere Geschichten befähigen. So hieß es in der Predigt zur Feier der Ostervigil in der Grabeskirche.

Ostermesse in der Grabeskirche in Jerusalem (Archivbild)
Ostermesse in der Grabeskirche in Jerusalem (Archivbild) © Imago

Jerusalem – Bei sonnigem Wetter haben in Jerusalem die Osterfeiern begonnen. Zur Feier der Ostervigil in der Grabeskirche versammelten sich am frühen Samstagmorgen zahlreiche katholische Christen. Vor der Kapelle, die nach frühester christlicher Überlieferung als Ort der Auferstehung Jesu gilt, feierte der Leiter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, die Auferstehungsfeier.

Die katholische Osternacht wird in der Grabeskirche bereits am frühen Samstagmorgen gefeiert, gemäß dem sogenannten "Status Quo", einem Regelwerk aus dem 19. Jahrhundert, das den Gebetsplan der an der Kirche beteiligten sechs Konfessionen festhält. Es dürfte sich deshalb jedes Jahr um die erste Ostermesse auf dem Erdkreis handeln.

Neuer Perspektiven für das irdische Leben

Erzbischof Pizzaballa rief die Kirche in seiner Predigt dazu auf, sich nicht auf sich selbst und ihre eigenen Probleme und Hoffnungen zu begrenzen. Die christliche Hoffnung eröffne vielmehr neue Perspektiven für das irdische Leben und dränge dazu, "hier und heute zu handeln, um den vielen kleinen Erwartungen unserer Zeit einen Sinn und eine Perspektive zu geben", so der Italiener. Ostern löse nicht alle menschlichen Probleme und auch die Welt werde "wahrscheinlich nach diesen Feierlichkeiten genauso bleiben, wie wir sie vor ein paar Tagen vorgefunden haben", aber Ostern könne zu einem "neuen Blick auf uns selbst und unsere Geschichten" befähigen.

Blutige Zusammenstöße am Gazastreifen

Seit Donnerstag kamen Tausende Pilger zu den zentralen Feiern des Leidens und der Auferstehung Jesu. Wegen unterschiedlicher Kalenderberechnungen begehen die Kirchen der Orthodoxie Ostern in diesem Jahr eine Woche später als die Westkirchen. Das einwöchige jüdische Pessach-Fest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten erinnert, hat am Freitagabend mit dem Seder-Mahl begonnen.

Überschattet werden die Feiertage von blutigen Zusammenstößen zwischen der israelischen Armee und Palästinensern an der Grenze zum Gazastreifen. Bei palästinensischen Massendemonstrationen im Gazastreifen waren am Freitag laut Medienberichten mindestens 16 Palästinenser getötet und hunderte verletzt worden. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas rief für Samstag einen eintägigen nationalen Trauertag aus.

Nicht an den zentralen Feiern in Jerusalem teilnehmen konnten in diesem Jahr Christen aus dem Gazastreifen. Die zuständige israelische Behörde hatte die Erteilung von Ausreisegenehmigungen davon abhängig gemacht, dass die nach Weihnachten unerlaubter Weise nicht in den Gazastreifen zurückgekehrten Christen zurückkommen. (kna)


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