Liebe und Beziehung Katholikengremium für umfassende Rezeption von "Amoris laetitia"

21.02.2018

Beziehungen können zerbrechen. Wenn das passiert, wird die Kirche die Menschen mit ihrer vermeintlich reinen Lehre nicht mehr erreichen. Davon ist das Landeskomitee der Katholiken in Bayern überzeugt. "Amoris laetitia" soll daher umfassend Anwendung finden.

Amoris laetitia: „die Freude der Liebe“
Amoris laetitia: „die Freude der Liebe“ © fotolia/soupstock

München – Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern plädiert für eine umfassende Rezeption des nachsynodalen Schreibens "Amoris laetitia" von Papst Franziskus. Dabei sollte sich der Blick vor allem auf dessen zentrale Botschaft richten, die "unterstützend, barmherzig und ermutigend ist - nicht mehr und nicht weniger", heißt es in einer am Dienstag in München veröffentlichten Erklärung des Präsidiums des Gremiums. Gerade wenn "Beziehungen trotz aller Begleitung, allen Bemühens und aller Fürsorge dennoch zerbrechen", werde "die Kirche die Menschen nicht mit der vermeintlich reinen Lehre erreichen".

Papst will Mut machen

Es gehe vielmehr darum, so schreibt das Landeskomitee mit den Worten von Papst Franziskus, "alle einzugliedern". So gelte es jedem Einzelnen zu helfen, seinen eigenen Weg zu finden, an der kirchlichen Gemeinschaft teilzuhaben, damit er sich als Empfänger einer "unverdienten, bedingungslosen und gegenleistungsfreien" Barmherzigkeit empfinde. Der Papst wolle vor allem "Mut machen und nicht ausgrenzen", betonen die katholischen Laien: "Sofern sie sich nicht selbst von Papst und Kirche distanzieren, haben alle Anspruch auf Hilfe, Barmherzigkeit und nachsichtigen Umgang."

Kirchengemeinde ist gefragt

Aus dem Schreiben des Papstes spreche das Bewusstsein, dass Paare und Familien heute unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt seien, die dauerhafte liebevolle Beziehungen erschweren könnten. Hier sei vor allem die Kirchengemeinde gefragt, etwa "die Ehevorbereitung und mehr noch die dauerhafte Begleitung durch Gemeinde und Freunde". Das Landeskomitee ist die oberste gewählte Vertretung der 6,5 Millionen Katholiken in Bayern. Ihm gehören Delegierte der Diözesanräte sowie der auf Landesebene tätigen kirchlich anerkannten Organisationen an, außerdem berufene Einzelmitglieder. (kna)


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