Zukunft kirchlicher Zeitungen Katholikenkomitee: Bistumszeitungen nötiger denn je

26.07.2019

Drei Bistümer stellen ihre Kirchenzeitungen bis 2023 ein. Ein "fatales Signal zu falschen Zeit" für das Landeskomitee der Katholiken in Bayern. Es setzt sich für den Erhalt gedruckter Bistumszeitungen ein.

Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern setzt sich für den Erhalt von Bistumszeitungen ein. © BillionPhotos.com - stock.adobe.com

München – Das oberste katholische Laiengremium in Bayern hat sich für den Erhalt gedruckter Bistumszeitungen stark gemacht. Die geplante Einstellung der Blätter in Fulda, Mainz und Limburg bis Ende 2023 sei ein "trauriges und fatales Signal zur falschen Zeit", erklärte das Landeskomitee der Katholiken in Bayern am Donnerstag in München. "In Zeiten, in denen religiöses Wissen nicht mehr selbstverständlich über das Elternhaus weitergegeben oder im Schulunterricht erworben wird, schließen Kirchenzeitungen eine Lücke, die von Jahr zu Jahr größer wird", heißt es in der Stellungnahme.

Zusammenhalt des Bistums

Zudem erreichten Bistumszeitungen Zielgruppen, deren Interessen von säkularen Medien kaum bedient würden. In ihrer Themenvielfalt seien sie der "haptische Ausdruck der Zusammengehörigkeit und des Zusammenhalts in einem Bistum". Kostenlose Mitgliederzeitschriften, wie sie einige Bistümer inzwischen anbieten, können nach Meinung der Laienvertreter Kirchenzeitungen nicht adäquat und dauerhaft ersetzen. Sinnvoll seien aber Kooperationen einzelner Bistümer beispielsweise für einen Mantelteil mit überregionalen Informationen.

Wirtschaftlichkeit darf nicht im Vordergund stehen

Man wünsche sich von den Verantwortlichen in den Bistümern "mehr Mut zu Printprodukten, die journalistisch eigenständig verantwortet und in eine umfassende Medienstrategie eingebettet sind". Um ein breit gefächertes kirchliches Medienangebot aufrechterhalten zu können, "darf nicht die reine Wirtschaftlichkeit einzelner Produkte im Vordergrund stehen". Dass sich Wege finden ließen, diözesane Printprodukte zu stärken, anstatt sie einzustellen, habe jüngst das Bistum Passau mit der angekündigten Fusion des Bistumsblattes mit dem ebenfalls wöchentlich erscheinenden Altöttinger "Liebfrauenboten" gezeigt.

Gleichzeitig lässt sich laut Landeskomitee der Auflagenschwund der vergangenen Jahre "nicht wegdiskutieren". Ende 2016 kamen demnach die bundesweit 22 Titel auf eine Gesamtauflage von 448.300 Exemplaren, im Jahr 2000 waren es noch 970.000.


Das könnte Sie auch interessieren

Zeitungen muss es, aus Sicht von Susanne Hornberger, auch in Zukunft geben.
© Ulf - stock.adobe.com

Drei Bistümer stellen Kirchenzeitungen ein Ohne Print geht es nicht

Die Diözesen Mainz, Fulda und Limburg stellen ihre in Kooperation herausgegebenen Bistumszeitungen Ende 2023 ein. Ein fatales, falsches Signal, meint die Chefredakteurin der Münchner Kirchenzeitung,...

28.05.2019

Über 3.000 Absolventen wurden beim ifp seit 1968 ausgebildet.
© Wolfgang Maria Weber

Volontariat beim ifp Journalistenschule sucht Nachwuchs

Die katholische Journalistenschule ifp sucht noch bis März neue Volontäre. Mehr über die Ausbildung erfahren Sie hier.

31.01.2019

Preisträgerin Susanne Holzapfel und Caritasdirektor Georg Falterbaum.
© Kiderle

Medienpreis der Caritas Auszeichnung für Redakteurin der Kirchenzeitung

Für ihren Text über die ehrenamtliche Arbeit eines Krisenhelfers ist Zeitungsredakteurin Susanne Holzapfel ausgezeichnet worden.

20.06.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren