Reformdebatte Katholikenkomitee-Vizechefin: Kein Zaudern bei "Synodalem Weg"

21.10.2019

Bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg spricht sich Elfriede Schießleder für Beratung durch Fachleute beim Synodalen Weg aus.

Elfriede Schießleder, stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, über den Synodalen Weg.
Elfriede Schießleder, stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, über den Synodalen Weg. © Markus Hauck

Würzburg – Die stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Elfriede Schießleder, warnt vor "Zaudern und Zweifeln" bei der angekündigten innerkirchlichen Reformdebatte "synodaler Weg". Schießleder sagte am Wochenende bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg laut dessen Pressestelle: "Die Folgen einer selbstgerechten Abkehr von Fachberatung haben wir bezüglich der unseligen Pillenenzyklika schon einmal erlebt. Bis heute leiden wir alle - nicht nur die Bischöfe - unter dem daraus folgenden Relevanzverlust des kirchlichen Führungsamts. Das sollte uns weise vorgehen lassen."

Schießleder ergänzte, die katholische Kirche in Deutschland brauche "nach den Skandalen der vergangenen Jahre" jetzt die Beratung durch Fachfrauen und -männer, die ernst genommen und umfänglich diskutiert werden müsse. "Anders kommen wir nicht aus der Miserere. Aussitzen geht nicht mehr."

Deutsche Antwort

Ferner würdigte die Theologin die Vielfalt kirchlicher Verbände. "Wer, wenn nicht Kirche, bringt heute noch verschiedene Meinungen zusammen?" Die Verbändelandschaft in Deutschland sei weltweit einmalig. Entstanden sei sie als spezifisch deutsche Antwort auf die seit der Säkularisation entstandenen Umwälzungen. Ihretwegen sei es in Deutschland anders als anderswo nie notwendig gewesen, die Laien explizit zum Engagement in Gesellschaft und Staat aufzurufen.

Der Würzburger Generalvikar Thomas Keßler fügte an, die Verbände arbeiteten nicht "in Abhängigkeit der Hierarchie". Mit Blick auf zurückgehende Einnahmen seien alle kirchlichen Vereine angehalten zu prüfen, wie und wo eine Kooperation mit anderen katholischen Gruppierungen, die auf ähnlichen Feldern wirkten, aussehen könne. "Im Blick auf die Pastoral der Zukunft spielen Verbände eine wichtige Funktion im Netzwerk Kirche", so Keßler weiter. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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