Frauen in der Kirche Katholikenrats-Vorsitzende: Bischöfe müssen Farbe bekennen

14.08.2019

Zölibat abschaffen? Diakonat der Frau einführen? Solche Fragen können nur in Rom entschieden werden, heißt es oft von den Bischöfen. Die Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München, Hiltrud Schönheit, will das nicht mehr hören.

Hiltrud Schönheit ist Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München.
Hiltrud Schönheit ist Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München. © Kiderle

München – Die Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München, Hiltrud Schönheit (59), hat die Situation von Frauen im Münchner Erzbischöflichen Ordinariat als "sehr erfreulich" bezeichnet. Da passiere eine ganze Menge, sagte die Juristin dem "Münchner Merkur" (Mittwoch). Aber darüber hinaus sei es für Frauen in der Kirche einfach schwierig. In den Pfarreien hänge es nach wie vor vom Pfarrer ab. "Wenn der Pfarrer nicht will, dann geht nichts." Hier sei das "Aufmüpfige" noch nicht so verbreitet.

Keine guten Erfahrungen mit Dialogrunden

In dem von der Deutschen Bischofskonferenz angekündigten "synodalen Weg", der als Reformdebatte betrachtet wird, sieht Schönheit "auf jeden Fall" eine Chance. Allerdings seien die Erfahrungen der letzten Dialogrunden nicht gut gewesen. "Jetzt geht es leider wieder schon damit los, dass man in der Öffentlichkeit nicht erfährt, nach welchen Kriterien die Teilnehmer ausgesucht werden."

Entscheidungen lassen sich auch in Deutschland treffen

Auch das Argument, man könne bei vielen Fragen wie Zölibat oder Diakonat der Frau die Entscheidung nicht in Deutschland treffen, "mag ich eigentlich nicht mehr hören", sagte die Vorsitzende des Katholikenrats. Wenn es Dinge gebe, die geändert werden müssten, dann könne man nicht sagen, "das gehört nicht in unsere Kompetenz". Dann erwarte sie von den Bischöfen, dass sie sich dahinter stellten und entsprechend in der Weltkirche und in Rom dafür würben. "Jetzt muss Farbe bekannt werden, auch von den Bischöfen", forderte Schönheit.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Frauen und Kirche

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