Zum jüdischen Neujahrsfest Katholische Bischöfe: Mehr Einsatz gegen Antisemitismus

03.09.2021

Kommende Woche beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, mahnt an, Antisemitismus in Deutschland entschlossen zu bekämpfen.

Honig, Apfel, Granatapfel, Kippa, Thora, Schofar
Zum Neujahrsfest gibt es traditionell Apfel mit Honig. Damit wünschen sich Juden ein süßes neues Jahr. © ungvar - stock.adobe.com

Bonn – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat den Juden in Deutschland Segenswünsche für das neue Jahr übermittelt. Das laufende Festjahr zu 1.700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland mache die Vielfalt des Judentums bewusst, schreibt Bätzing in einem am Freitag veröffentlichten Grußwort im Namen der deutschen Bischöfe an den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Am Montagabend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana; zehn Tage später steht der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur, der Versöhnungstag, an.

Das Jubiläumsjahr zeige tiefe Ambivalenzen, so der Bischof weiter. "Der religiösen und kulturellen Vitalität jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschland und dem außerordentlichen Beitrag, den Jüdinnen und Juden zur deutschen Politik, Kultur und Gesellschaft geleistet haben, stehen soziale Ausgrenzung, Verfolgungen und Pogrome gegenüber, an denen leider auch Christen beteiligt waren - bis hin zur Schoah." Daher sei es wichtig, an alle Seiten der jüdischen Geschichte in Deutschland zu erinnern.

Antisemitismus bekämpfen

Ambivalenzen prägten auch die Gegenwart, schreibt Bätzing. So seien zuletzt ein Militärrabbinat in Berlin eingerichtet und das Europäische Zentrum für Jüdische Gelehrsamkeit in Potsdam eröffnet worden. Zugleich sei in den vergangenen Jahren der Antisemitismus erstarkt. "Antisemitische Angriffe gegen Jüdinnen und Juden oder gegen jüdische Einrichtungen, Anfeindungen und Beleidigungen finden sich immer noch im Alltag, und im Internet oder auf Demonstrationen sogenannter Querdenker kursieren antisemitische Verschwörungsmythen", so der Bischof. Ein neu gewählter Bundestag müsse diese Entwicklungen entschlossen bekämpfen, fordert Bätzing. Die katholische Kirche werde dies nach Kräften unterstützen. (kna)


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