Schutz menschlichen Lebens Katholische Bischöfe unterstützen "Marsch für das Leben"

19.09.2018

14 Lebensschutzorganisationen werden an der Kundgebung in Berlin teilnehmen. Auch ein evangelischer Bischof hat sich für die Veranstaltung ausgesprochen und wird dabei sein.

Den Veranstaltern geht es um den Schutz des menschlichen Lebens.
Den Veranstaltern geht es um den Schutz des menschlichen Lebens. © Inna Vlasova - stock.adobe.com

Bonn/Berlin – Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat sich hinter den "Marsch für das Leben" am Samstag in Berlin gestellt. Der Konferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, dankte den Teilnehmern in einem Mittwoch veröffentlichten Grußwort für ihr "nicht nachlassendes Engagement" zum Schutz des menschlichen Lebens.

Marx betonte mit Blick auf die Debatte um das Werbeverbot für Abtreibungen, dass die Tötung ungeborenen menschlichen Lebens keine "normale" ärztliche Dienstleistung sei. Der Schwangerschaftsabbruch sei "grundsätzlich mit unserem Werte- und Rechtssystem nicht vereinbar". Die Pflicht des Staates, menschliches Leben zu schützen, leite sich aus der im Grundgesetz festgehaltenen Überzeugung ab, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar sei. "Diese Überzeugung gilt es gerade dann einzulösen, wenn sie infrage gestellt, durch eigennützige, mitunter kommerzielle Interessen verdeckt oder aufgegeben wird", so der Erzbischof von München und Freising.

Vor zwei Jahren hat eine damals 27-jährige Frau ihr Kind abgetrieben. Es war für sie keine leichte Entscheidung. Hören Sie hier, wie sie mit der Entscheidung heute umgeht.

Er hob zugleich hervor, für die Kirche gehöre der Schutz des ungeborenen Kindes und die Hilfe für Frauen in Krisensituationen eng zusammen. In ihren diakonischen Diensten biete sie deshalb eine Beratung an, "die das Leben des Kindes schützt, indem sie die Mutter umfassend informiert und begleitet". Zugleich mahnte der Kardinal, "selbstkritisch anzufragen, ob wir schwangeren Frauen und werdenden Eltern genügend Unterstützung zukommen lassen - als Kirche und als Gesellschaft insgesamt".

Evangelischer Bischof nimmt teil

In Berlin wird der Marsch zum 14. Mal vom "Bundesverband Lebensrecht" veranstaltet, einem Zusammenschluss von 14 Lebensschutzorganisationen. Die Kundgebung beginnt auf dem Washingtonplatz beim Hauptbahnhof und endet dort mit einem ökumenischen Gottesdienst. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 7.500 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Erstmals nimmt seit Jahren ein evangelischer Bischof an dem Marsch teil. Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit predigt beim Abschlussgottesdienst vor dem Reichstagsgebäude, wie die Bischofskanzlei am Freitag bekannt gab. Als einziger Spitzenvertreter der evangelischen Landeskirchen würdigte Abromeit bereits im vergangenen Jahr in einem schriftlichen Grußwort das "unermüdliche Engagement" der Marschteilnehmer. Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge distanzierte sich von der Kundgebung mit der Begründung, es sei keine geeignete Form zum Schutz des Lebens. Dagegen wirkte der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, mit, eines Dachverbands konservativer Protestanten.


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