Gemeinschaft mit Geschichte und Zukunft Katholische Laien rufen zur Europa-Wahl auf

18.05.2019

Als Erfolgsgeschichte werten das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und die Diözesanräte im Freistaat die Europäische Union - und rufen dazu auf, am 26. Mai an der Wahl des Europäischen Parlaments teilzunehmen.

Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen, dazu rufen die katholischen Laien in Bayern auf.
Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen, dazu rufen die katholischen Laien in Bayern auf. © imago/Christian Spicker

München – Die europäische Einigung ist eine Erfolgsgeschichte – und ein Prozess, der längst nicht abgeschlossen ist. Nach den schrecklichen Erfahrungen der beiden Weltkriege und des nationalsozialistischen Terrors brachten ehemals tief verfeindete Völker die Kraft zur Versöhnung, zum Frieden und sogar zur Freundschaft auf. Begleitet wurde dieser Prozess von einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten profitieren. Bis heute gibt es weltweit keinen vergleichbaren Zusammenschluss von Staaten, der als Vorbild dienen könnte.

Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit

Wenn von 23. bis 26. Mai die Wahlen zum Europäischen Parlament stattfinden, sind wir alle dazu aufgerufen, diese Erfolgsgeschichte von Frieden und Freiheit fortzuschreiben. Als Christinnen und Christen dürfen wir in dieser Verantwortungsübernahme nicht abseits stehen. Für uns ist die Europäische Union nicht nur eine Wirtschafts-, sondern vor allem eine Wertegemeinschaft. Über nationalstaatliche Grenzen hinweg sich für den unbedingten Schutz der Würde jedes einzelnen Menschen sowie für Frieden, Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen, sehen wir als eine nichtverhandelbare Verpflichtung an, die dem christlichen Menschenbild entspringt.

Die höchst komplizierten Verhandlungen rund um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union haben in den vergangenen Monaten einmal mehr schmerzlich vor Augen geführt, dass dieses Zusammenleben auch Spannungen und Herausforderungen mit sich bringt und momentan gefährdeter und fragiler erscheint denn je. Auch der nach wie vor umstrittene Umgang mit der Migration, die Fragen der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik und die Standards sozialer Absicherung in der Europäischen Union sind keineswegs abschließend beantwortet und einvernehmlich gelöst. Europa ist nur gemeinsam stark. In Zukunft werden die friedens- und sicherheitspolitischen Beiträge, die ein geeintes Europa einbringen kann, eine noch größere Bedeutung erlangen.

Soziale Stabilität fördern

Bislang ist die räumliche Nähe Europas zu Afrika bei den wirtschafts-, sozial-, umwelt- und entwicklungspolitischen Zielen kaum von Bedeutung. Erst die angestiegenen Migrationsströme der vergangenen Jahre machten deutlich, dass nachhaltige und partnerschaftliche Entwicklungspolitik gerade in diesem Teil der Welt dazu beitragen kann, wirtschaftliche und soziale Stabilität zu fördern. Viele Menschen können so zum Bleiben in ihrem Heimatland bewogen und Fluchtursachen beseitigt werden. Für diejenigen, die trotzdem flüchten, muss endlich ein europaweit koordiniertes Rettungs- und Aufnahmepaket geschnürt werden. Dazu braucht es eine kohärente Politik, die auf christliche Werte aufbaut und solidarisch allen Hilfsbedürftigen zur Seite steht.

Trotz einiger Reibungspunkte birgt das Beziehungsgeflecht unterschiedlicher Staaten in Europa viele Chancen sowie eine einigende Kraft nach innen und nach außen, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnen kann. Dazu wären die Länder, wenn sie solitär agieren, nicht in der Lage. Nicht zuletzt Bayern kann und konnte davon profitieren.

Anstehende Herausforderungen meistern

Die Diözesanräte der sieben bayerischen (Erz-)Diözesen und das Präsidium des Landeskomitees der Katholiken in Bayern rufen alle Wahlberechtigten im Freistaat Bayern dazu auf, Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen und sich an den Wahlen zum Europäischen Parlament zu beteiligen, um so die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Die Komplexität der Herausforderungen darf gerade nicht zur Abschottung und zu nationalistischen Antworten führen, die von demokratischen Parteien nicht repräsentiert werden. Wir sehen uns in der Verantwortung für ein starkes, gerechtes, solidarisches und weltoffenes Europa. (pm)

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