Prozess der Weltkirche Katholische Laienvertreter und Bischöfe begrüßen weltweite Synode

22.05.2021

Papst Franziskus schickt die gesamte Weltkirche auf einen synodalen Weg. Die Resonanz darauf ist positiv. Laienvertreter sehen sich im deutschen Reformprozess "Synodaler Weg" bestätigt.

Blick vom Petersdom
Papst Franziskus wird die weltweite Synode im Oktober 2021 in Rom eröffnen. © IMAGO / Westend61

Bonn/Vatikanstadt – Der Vatikan hat einen weltweiten Beratungsprozess zu Gemeinschaft und Teilhabe in der katholischen Kirche angekündigt. Die zweijährigen Konsultationen auf diözesaner und kontinentaler Ebene sollen in eine Bischofssynode münden, die im Oktober 2023 in Rom stattfindet. Das Thema lautet: "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission". Katholische Laienvertreter begrüßten die Initiative, die der Vatikan am Freitag bekanntgab. Papst Franziskus will den synodalen Weg am 9. und 10. Oktober in Rom zentral eröffnen.

Kein Sonderweg der katholischen Kirche

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wertete es als "bestätigendes Zeichen", dass die ursprünglich für Oktober 2022 geplante Bischofssynode in Rom zu einem Prozess für die Weltkirche ausbaut und dafür der Titel des deutschen Reformprozesses "Synodaler Weg" gebraucht werde. ZdK-Präsident Thomas Sternberg erklärte, Unterstellungen, die Laienkatholiken arbeiteten auf eine Spaltung hin, erwiesen sich als gegenstandslos.

Ähnlich betonte ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann, Laien und Bischöfe stünden in einem "konstruktiven Austausch auf Augenhöhe, um Reformen, die nicht nur von Relevanz für die deutsche Ortskirche sind, voranzubringen". Niemand wolle "einen deutschen Sonderweg", aber die Kirche müsse auch Vielfalt zulassen.

Erfahrungen aus Deutschland einbringen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, nannte das Vorhaben ein "starkes Zeichen für die Mitwirkung" aller Gläubigen. Wie nie zuvor werde das Volk Gottes in die Vorbereitung und den Weg einer Weltbischofssynode einbezogen. In Deutschland werde dieser Prozess "durch den bereits eingeschlagenen Synodalen Weg ergänzt", erklärte Bätzing am Freitag in Bonn.

Der Bischofskonferenzvorsitzende Bätzing unterstrich, bei dem Synodalen Weg in Deutschland und dem von Rom angekündigten Prozess handle sich um "zwei verschiedene Wege, die ein gemeinsames Ziel haben: die Frohe Botschaft des Evangeliums heute unter den 'Zeichen der Zeit' sichtbar und lebbar zu machen". Man wolle die Erfahrungen aus Deutschland in die Vorbereitung und Durchführung der römischen Bischofssynode einbringen, versicherte der Limburger Bischof.

Ortskirchen in Prozess einbinden

Kardinal Christoph Schönborn aus Wien wies darauf hin, Franziskus habe die Einrichtung der Bischofssynode aufgewertet und zu einem wichtigen Instrument seiner Amtsführung gemacht. Der Papst wolle den Begriff Synode in dem Sinn ernst nehmen, "dass es ein gemeinsamer Weg ist". Von daher sei es Franziskus wichtig, die Ortskirchen in die Vor- und Nachbereitung möglichst intensiv einzubinden. Schönborn gehört dem vatikanischen Synodenrat an und ist damit in die Vorbereitung des Projekts eingebunden.

In Deutschland beraten bereits seit einiger Zeit die katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens. Zentrale Themen dieses Reformdialogs unter dem Titel "Synodaler Weg" sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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