Vorbild sind Pfarrgemeinderatswahlen Katholische Landjugend fordert das Wahlrecht ab 16

09.04.2019

Für die Kommunalwahlen 2020 fordert die Katholische Landjugendbewegung Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, dass Wahlalter um zwei Jahre zu senken.

KLJB-Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter will Markus Söder (CSU) überzeugen.
KLJB-Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter will Markus Söder (CSU) überzeugen. © Heiko Tammena, KLJB Bayern

München – Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) in Bayern will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür gewinnen, dass Jugendliche ab 16 Jahren bei der Kommunalwahl 2020 wählen dürfen. In einem am Montag in München veröffentlichten Brief versucht der Landesvorstand den bayerischen Regierungschef davon zu überzeugen, dass er mit einer solchen Maßnahme "nur gewinnen" könne. Genauso wie dies nun mit dem Runden Tisch zum Artenschutz passiert sei, bei dem es dem ehemaligen KLJB-Landessekretär Alois Glück (CSU) gelungen sei, eine Konsenslösung zu finden.

Vorbild Pfarrgemeinderatswahlen

Der KLJB-Landesvorsitzende Benedikt Brandstetter (24) erinnerte daran, der Verband spreche sich eigentlich seit 2012 für ein Wahlalter von 14 Jahren aus. Denn so sei es auch bei den Wahlen zu den Pfarrgemeinderäten üblich, wo junge Menschen mit 14 Jahren vollwertige und wahlberechtigte Mitglieder der Gemeinden seien. "Wir sind aber zu Kompromissen bereit", signalisierte Brandstetter. Ein solcher wäre, junge Menschen in Bayern zumindest ab 16 schon zur Kommunalwahl am 15. März 2020 als stimmberechtigte Gemeindebürger zuzulassen, "um ein Zeichen für Jugendbeteiligung zu setzen".

Jugendliche übernehmen wichtige Funktionen in der Kirche

Aus Sicht der Jugendarbeit sei es eine "skurrile und ängstliche Debatte", wenn darüber gestritten werde, ob mit einem solchem Wahlalter auch genügend Reife verbunden sei. "Täglich erleben wir, dass 14- bis 18-Jährige sich in der Jugendarbeit ehrenamtlich engagieren, wichtige Funktionen übernehmen und in Kirche und Jugendverbänden sehr reflektiert und verantwortlich ihre Stimme abgeben", erklärte Brandstetter. Wer also mit 14 die Religion, den Pfarrgemeinderat, den KLJB-Vorstand und die Ortsvorsitzende einer Partei wählen dürfe, könne auch mit 16 den Gemeinderat wählen. (kna)


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