100 Jahre Frauenwahlrecht Katholischer Frauenbund startet Landtagswahlkampf

07.03.2018

Weniger als 30% Frauen sind im bayerischen Parlament. Mit einer Plakataktion will der Katholische Deutsche Frauenbund darauf aufmerksam machen. Gleichzeitig wird damit ein Appell verbunden.

Der Katholische Deutsche Frauenbund arbeitet an der Parität im Parlament mi
Der Katholische Deutsche Frauenbund arbeitet an der Parität im Parlament mit. © fotolia/nito

München – Mit dem Aufruf "FRAUEN! WÄHLT! FRAUEN!" startet der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in Bayern seine Plakataktion für den Landtagswahlkampf. Rund um den Weltfrauentag am 8. März werden in allen größeren Städten des Freistaats auf Großflächen entsprechende Plakate zu sehen sein, kündigte der Verband am Dienstag in München an. Sie sollen vor Augen führen, dass weniger als 30 Prozent Frauen im Parlament seien. Gleichzeitig werde damit der Appell verbunden, mit der Zweitstimme auf den Wahllisten Frauen nach vorne und ins Amt zu wählen.

Weiter Weg von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung

"Frauen können in Bayern selbst am Wahltag (14. Oktober) noch wesentlich dazu beitragen, dass es mehr Mandatsträgerinnen gibt", erinnerte die KDFB-Vorsitzende Elfriede Schießleder. Sie hätten die Möglichkeit, die Frauen auf den Wahllisten nach vorne und so ins Parlament zu wählen. Jede Wählerin könne auf diese Weise für Gleichstellung aktiv werden. (kna)

 

Plakate im Erzbistum München und Freising

Vom 6. - 15. März sind die Plakate zum Beispiel hier zu sehen: In Erding (Bajuwarenstraße/Münchnerst.), in Ebersberg (Bahnhofsvorplatz P&R), in München (Marienplatz/Marienhof Ausgang Dienerstraße 3. Stock), in Traunstein (Gewerbepark Kaserne 4).

Das Plakat hängt an verschiedenen Standorten in Bayern.
Das Plakat hängt an verschiedenen Standorten in Bayern. © KDFB

Der Frauenbund startet seine Aktion auch zum Jubiläum "100 Jahre Frauenwahlrecht". Leider sei es oft ein weiter Weg von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung, so Schießleder. Das Recht zu wählen hätten die Frauen schon lange. Jetzt müsse aber das Ziel sein, Frauen ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechend in Abgeordnetenfunktion zu bringen.

Frauenbund arbeitet an der Parität im Parlament

Die Gründerin des KDFB-Landesverbands, Ellen Ammann (1870-1932), war laut Mitteilung 1919 eine der ersten Frauen im Bayerischen Landtag. Sie gehörte dem Parlament bis zu ihrem Tod an. Bei der Einführung des Frauenwahlrechts habe Bayern noch die Nase vorn gehabt in der Entwicklung. Bei der Gleichstellung jedoch hinke der Freistaat heute noch weit hinterher. Deshalb arbeite der Frauenbund an der Parität im Parlament kräftig mit. Er ist Mitglied im Aktionsbündnis Parite und will mit einer Popularklage erreichen, dass die Wahllisten gleichmäßig mit Männern und Frauen besetzt werden müssen.

Der KDFB in Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern nach eigenen Angaben der größte Frauenverband im Freistaat. Seit der Gründung 1903 setze er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


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