Prämierter Beitrag "Königskinder" gefälscht Katholischer Medienpreis für Claas Relotius aberkannt

28.12.2018

Für seinen Beitrag "Königskinder" wurde Claas Relotius von der Deutschen Bischofskonferenz und der Gesellschaft Katholischer Publizisten 2017 ausgezeichnet. Nun wurde ihm die Auszeichnung aberkannt.

Zeitungen: Analog und digital.
Zeitungen: Analog und digital. © sebra - stock.adobe.com

Bonn – Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Katholischen Medienpreis für Claas Relotius aberkannt. Dieser Schritt sei erfolgt, nachdem der ehemalige "Spiegel"-Reporter über seinen Anwalt zugegeben habe, den 2017 prämierten Beitrag "Königskinder" in wesentlichen Punkten gefälscht zu haben, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Freitag in Bonn. Auch das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro werde man von Relotius zurückfordern. Der Katholische Medienpreis wird von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband verliehen.

"Wir hätten es allerdings begrüßt, wenn Herr Relotius angeboten hätte, den Preis und auch das Preisgeld von sich aus zurückzugeben", ergänzte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sein Vergehen rücke die exzellenten Texte anderer Journalisten in ein Zwielicht, das sie nicht verdienten.

Kein Fakten-Check

Für seine Reportage über ein Geschwisterpaar aus dem syrischen Aleppo, das vor den Gräueln des Krieges in die Türkei flüchtete, hatte Relotius im vergangenen Jahr die Auszeichnung in der Kategorie Printmedien erhalten. "Ich würde ein Gesetz erlassen, dass die Reportage 'Königskinder' zur Pflichtlektüre für alle Politiker wird", unterstrich die ehemalige "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel seinerzeit bei der Verleihung.

Für die GKP stehe die Verleihung des Katholischen Medienpreises aber nicht infrage, betonte Frank weiter: "Die Ausschreibung ist unabhängig und folgt klaren qualitativen Kriterien. Der Jury ist kein Vorwurf zu machen." Einen Fakten-Check könne und müsse sie auch zukünftig nicht leisten. "Wir zeichnen journalistisch hervorragende Texte aus, und die Reportage ist und bleibt die Königsdisziplin im Journalismus. Was sollte an ihre Stelle treten?", so der GKP-Vorsitzende. Klar sei aber, dass im journalistischen Alltag auch andere Textgattungen ihren Platz hätten und dass das klassische journalistische Handwerk gepflegt werden müsse. (kna)


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