Passions-Sonntag Kein Platz für Selbstbezogenheit

04.04.2014

Papst Franziskus hat allein schon durch seinen persönlichen Lebensstil deutlich gemacht, dass er der Kirche einen Weg der Armut empfiehlt. Es geht ihm darum, die Kirche zum Kern ihres Auftrages, der Evangelisierung, zurückzuführen.

Diözesanjugendpfarrer Daniel Lerch (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

Daher gilt es jeden überflüssigen Zierrat sowie den Reichtum abzulegen. Kirchliche Selbstbezogenheit und theologischer Narzissmus haben keinen Platz mehr. Stattdessen geht es darum, den missionarischen Auftrag umzusetzen und das Evangelium bis an die Grenzen menschlicher Existenz zu tragen. Diesem Auftrag kann und darf sich kein Katholik entziehen. Das machte Franziskus auch den jungen Menschen in seiner Botschaft zum XXIX. Weltjugendtag 2014 deutlich. Das Motto fügt sich nahtlos in das Programm des Papstes ein und lautet „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Matthäus 5,3).

Was bedeutet „arm vor Gott“ zu sein und wie kann diese Armut vor Gott zu einem Lebensstil werden, der konkrete Früchte zeigt? Papst Franziskus empfiehlt den Jugendlichen drei Punkte: Sie sollen erstens versuchen, den „Dingen gegenüber frei zu sein“ und loszukommen von der Logik des Konsums, die unser Leben immer stärker diktiert.

Zweitens brauche es eine Umkehr in  Bezug auf die Armen: „Wir müssen uns um sie kümmern, ihre geistigen und materiellen Bedürfnisse einfühlsam wahrnehmen. Euch Jugendlichen übertrage ich in besonderer Weise die Aufgabe, ins Zentrum der menschlichen Kultur wieder die Solidarität zu setzen.“ Und schließlich drittens: „Die Armen sind nicht nur Menschen, denen wir etwas geben können. Auch sie haben uns viel zu geben und zu lehren.“

Für Papst Franziskus ist klar, dass ein sehr enger Zusammenhang zwischen Armut und Evangelisierung besteht. Die evangelische Armut sei sogar eine „Grundvoraussetzung“ für die Ausbreitung des Reiches Gottes. „Der Herr möchte eine arme Kirche, die den Armen das Evangelium bringt“.

Daniel Lerch ist Diözesanjugendpfarrer, Leiter des Erzbischöflichen Jugendamts und Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).


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