Spenden statt Kaufen Keller entrümpeln per App

19.04.2017

Oft ist der Keller voll mit Sachen, die man nicht mehr braucht. Eine Entrümpelung kostet Zeit und Arbeit. Das Münchner Startup-Unternehmen Swop hat eine App entwickelt, mit der man seine alten Sachen ohne viel Mühen los wird und damit Hilfsprojekte unterstützt.

Die Swop funktioniert auf Spenden-Basis.
Die App Swop funktioniert auf Spenden-Basis. © SMB/Markota

München – DVDs, Fernseher, Stühle, Rasenmäher: Das ist nur eine kleine Auswahl der Angebote auf Swop. Aufgebaut ist die App wie ein virtueller Flohmarkt. Jeder kann Gegenstände anbieten, indem er ein Foto von ihnen hochstellt. Dafür muss er nur die kostenlose App herunterladen und sich kurz anmelden. Für jeden Gegenstand gibt’s noch eine Beschreibung, aber keinen Preis. Denn Swop funktioniert auf Spendenbasis.

Der Trinkgeld-Effekt

Geld bekommt man keines für seine Gegenstände. Man wird sie los und tut Gutes. Denn einerseits freut sich derjenige, der den Gegenstand abholt, darüber. Andererseits spendet dieser auch einen gewissen Betrag an Hilfsprojekte. Swop-Gründer Matthias Hoffmann spricht da vom Trinkgeld-Effekt: „Wir glauben, wenn man spendet, gibt man mehr Geld als wenn man bezahlt. Also beim Bezahlprozess hat man eher das Gefühl, man müsste handeln. Im Spenden ist man generell etwas großzügiger.“

Das Geld geht beispielsweise an Klinikclowns, an die kostenlose Rechtsberatung für Flüchtlinge oder an die Evangelische TelefonSeelsorge. 37 Organisationen stehen bislang zur Auswahl. Das Swop-Team ist aber immer auf der Suche nach neuen sozialen Projekten und überprüft auch vorher, ob diese vertrauenswürdig sind. „Wir checken, dass der Gemeinnützigkeitszweck da ist. Wir haben da gewisse Ansprüche, an wen wir die Geldspenden geben und wenn das alles passt, nehmen wir die ganz schnell mit auf und dann sind die online verfügbar“, meint Matthias Hoffmann.

Paket-Service in Planung

Obwohl Swop schon seit 3 Jahren existiert, sind bislang erst rund 4.500 Euro Spendengelder zusammengekommen. Was nach Angaben des Unternehmens daran liegt, dass die App noch nicht bekannt genug ist. Aber auch die Funktionsweise wird kontinuierlich verbessert. So soll ab Herbst 2017 ein Paketservice verfügbar sein, mit dem die Gegenstände von zuhause abgeholt und nach Hause geliefert werden können. Das Swop-Unternehmen sammelt die monatlichen Spenden und gibt sie an die jeweiligen Organisationen weiter. Um Swop zu finanzieren, stellt das Unternehmen den Einrichtungen eine Rechnung. 85 Prozent landen bei den sozialen Projekten, 15 Prozent bekommen Matthias Hoffmann und sein Team. (Ralph Würschinger)

Die App Swop gibt es für iOS- und Android-Smartphones. Wer kein Smartphone besitzt, kann auch den PC benutzen.


Das könnte Sie auch interessieren

Weltweit nutzen über 100 000 Menschen die App "Click to Pray".
© fotolia/oneinchpunch

Beten per Smartphone Eine App von Papst Franziskus

Laut einer Studie checkt jeder von uns im Durchschnitt 88-Mal am Tag sein Handy. Das will Papst Franziskus nun nutzen und hat eine App entwickeln lassen. Sie heißt „Click to pray“.

15.05.2017

Fast jeder Vierte will in der Fastenzeit ganz oder zeitweise online abschalten.
© fotolia/BillionPhotos.com

Online-Fasten ist im Trend Sieben Wochen ohne Facebook

Die 24-jährige Studentin Theresia Lipp verzichtet in der Fastenzeit auf Facebook. Sie hat uns erzählt, wann sie schwach werden könnte.

12.03.2017

Weihbischof Bischof bei Facebook #Schön, dass Du da bist!

Wolfgang Bischof ist zwischen Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen, zwischen Bayrischzell bis Wasserburg viel unterwegs: zu Firmungen, zu Besuchen in Pfarreien oder zu Gottesdiensten. Das gehört...

24.04.2015

App der Jugendstelle Rosenheim Ostern Reloaded

Die Ostergeschichte erlebbar machen, das will die Jugendstelle Rosenheim mit einer Echtzeit-App. Ab Palmsonntag flattern den Usern der App mehrmals täglich Meldungen wie "Jesus wird ans Kreuz...

28.03.2015