Diözesane Mini-Lichtmessfeier in Sankt Benno Kerzen gießen, Schokoladen-Tasting und Ministrieren

27.01.2019

Rund 200 Minis aus dem ganzen Erzbistum München und Freising ziehen bei der Vesper in ihren roten Gewändern mit Teelichtern in den Händen durch Sankt Benno. Es wird gesungen, gebetet und über das Thema der Lichtmessfeier geredet. Es heißt: „Wir haben nur eine Erde - Sei Weltenretter(in)“.

Lichterprozession bei der Mini-Lichtmessfeier
Lichterprozession bei der Mini-Lichtmessfeier © Kiderle

München – Andächtig und ruhig sind die Ministranten in der großen Kirche - kaum zu glauben, wie wild und ausgelassen die Meute noch wenig zuvor durch das Pfarrzentrum Bennopolis getobt ist. Dort wurde den Nachmittag über gespielt und bei verschiedenen Workshops konnten die Minis sich ausprobieren und gegenseitig kennenlernen. Aus alten Wachsresten neue Kerzen gießen, aufwendige Origami Figuren falten, Werwolf spielen – es gab viel zu tun. Alles unter dem Motto „Sei Weltenretter(in)“. Antonia (12 Jahre) aus dem Pfarrverband Sankt Quirin/Sankt Michael machen die Stationen großen Spaß und sie ist stolz auf den selbstgestalteten Blumentopf. „Den brauchen wir später für die Vesper“, erzählt sie begeistert. Beim Schoko-Tasting ist die Schlange lang. Wer es in die erste Reihe geschafft hat, der bekommt eine Verdunklungsbrille aufgesetzt, sieht nichts mehr und dann wird ihm ein Stück Schokolade in die Hand gelegt. Genussvoll lassen die Kinder die Schoki auf der Zunge zergeht – dann dürfen sie ihre Wertung abgegeben und nach drei verschiedenen Sorten schauen, welche am besten war. Möglicherweise die Fairtrade-Schokolade? Im Keller riecht es angenehm nach Wachs. Alte Kerzenreste werden eingeschmolzen und wer ein bisschen Geduld mitbringt kann eine frisch gegossene Kerze mit nachhause nehmen. Andere, wie der 12- jährige Korbinian, verbringen den ganzen Nachmittag auf der Empore und spielen Werwolf. Täter oder Hexe kann man bei diesem beliebten Spiel sein. Fingerfertigkeit braucht man beim Origamifalten. Hier entstehen aufwendige bunte Figuren aus Papier.

Minis halten zusammen

Die Ministranten kommen aus 16 Pfarreien des Erzbistums – von Sankt Lampert in Freising, über den Pfarrverband Schäftlarn bis zum Pfarrverband Aufkirchen. Organisiert hat das Event die Katholische Junge Gemeinde. Diözesanleiter Michael Kral freut sich, dass so viele Minis gekommen sind. „Die Minis sollen hier Spaß haben, aber auch sehen: Als Ministrant bin ich Teil des Großen. Ich bin nicht allein.“ Aus diesem Grund ist auch die 12-jährige Verena aus Gilching zu Mini-Lichtmess gekommen. Sie ministriert seit vier Jahren und freut sich, jetzt schon zu den erfahreneren Ministranten zu gehören. „Ich helfe den Kleinen gern und bin froh, dass ich das tun kann. Ich merke, dass ich älter werde und immer mehr Aufgaben übernehmen kann. Ich finde es cool, einmal im Jahr in Sankt Benno zu sein und viele wiederzutreffen“, sagt sie.

Den Zusammenhalt merkt man auch bei der Vesper, die den Abschluss des Tages bildet. Diözesanjugendpfarrer Richard Greul mahnt nachhaltig zu Leben: „Die Erde ist uns anvertraut. Gott hat sie uns geschenkt und mit einem Geschenk geht man achtsam um“, erklärt er den Kindern und Jugendlichen. Dann dürfen die Ministranten nach vorne kommen und Samen in kleine Töpfchen säen, die sie anschließend mit in ihre Pfarreien nehmen dürfen. Johannes (12 Jahre) aus Gilching war schon ein paar Mal dabei und findet die Atmosphäre in der dunklen Kirche jedes Jahr wieder ganz besonders. Gerade wenn alle Minis in ihren festlichen Gewändern durch die dunkle Kirche ziehen. „Das ist ein Erlebnis“, erzählt der Schüler.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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