Werbeverbot für Abtreibungen Kirche: Änderung von Paragraf 219a "überflüssig"

29.01.2019

Nach einem Kompromiss innerhalb der Bundesregierung sollen sich Schwangere zukünftig leichter über Möglichkeiten für eine Abtreibung informieren können. Die katholische Kirche hat dazu über einen Sprecher Stellung genommen.

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Symbolbild © takasu - stock.adobe.com

Bonn/Berlin – Die katholische Kirche hält die geplante Änderung des Werbeverbots für Abtreibungen für "überflüssig". Frauen könnten "bereits heute vielfältige Informationen aus unterschiedlichsten Informationsquellen erhalten", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.

Union und SPD hatten sich am Montagabend auf einen Kompromiss für eine Neufassung des Paragrafen 219a verständigt. Demnach sollen sich Schwangere leichter über Möglichkeiten für eine Abtreibung informieren können. Für Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, soll zudem mehr Rechtssicherheit bestehen. Zu dem Kompromiss gehört außerdem eine von der Bundesärztekammer geführte Liste mit Ärzten sowie Krankenhäusern und Einrichtungen, die Abtreibungen durchführen. Junge Frauen sollen darüber hinaus die Verhütungspille bis zum 22. Geburtstag von der Krankenkasse bezahlt bekommen, also zwei Jahre länger als bisher.

"Im geschützten Raum der Beratung"

Kopp erklärte, zentraler Bestandteil des Konzepts zum Schutz des ungeborenen Lebens sei eine gute Beratung von Frauen in Konfliktlagen, die selbstverständlich alle notwendigen Informationen einschließen müsse. "Die jetzt geplanten Listen, die über die Ärzte und Methoden des Schwangerschaftsabbruchs informieren sollen, wären nach unserem Dafürhalten am besten im geschützten Raum der Beratung aufgehoben", so der Sprecher der Bischofskonferenz weiter: "Da die Beratung für den Schwangerschaftsabbruch verpflichtend ist, wäre auch gewährleistet, dass alle Frauen Zugang zu diesen Informationen erhielten."

Das Katholische Büro in Berlin, das die Bischofskonferenz in der Bundespolitik vertritt, habe die Gelegenheit erhalten, zu dem Entwurf schriftlich Stellung zu nehmen und werde dies auch tun, ergänzte Kopp. (kna)


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