Proteste in Berlin "Kirche in Not" distanziert sich von Plakat auf Corona-Demo

31.08.2020

Ein päpstliches Hilfswerk bei den Demonstrationen in Berlin? EIn Plakat vermittelt den Eindruck und irritiert.

Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen
Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin ist am Nachmittag aufgelöst worden. © imago images / Stefan Zeitz

München – Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" hat einen Bezug zu einem Plakat bei der Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung am Samstag bestritten. "Das Transparent ist nicht bei uns erhältlich, es wurde und wird nicht von uns verwendet. Wir haben keinen Hinweis auf seine Herkunft", sagte Geschäftsführer Florian Ripka am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München. Auf Twitter sorgte ein Foto dieses Plakats für heftige Kritik. Darauf stand "Christians Lives Matter - Christen am meisten verfolgt weltweit!" und die Webadresse www.kirche-in-not.de.

Bereits am Samstagabend hatte ein Sprecher des päpstlichen Hilfswerks dem Internetportal katholisch.de erklärt, seine Organisation habe weder mit dem Plakat etwas zu tun noch mit der Demonstration: "Das Thema Christenverfolgung ist ernst und verdient Aufmerksamkeit, aber ein Zusammenhang mit einer Demonstration rund um Corona-Maßnahmen erschließt sich uns nicht."

"Angriff auf das Herz unserer Demokratie"

In Berlin hatten am Samstag rund 40.000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundesregierung demonstriert. Darunter waren auch Reichsbürger, Rechtsextreme und Anhänger von Verschwörungsmythen.

Die zuerst verbotene und später dann doch zugelassene Demonstration war am frühen Nachmittag von der Polizei aufgelöst worden, weil sich zu viele Teilnehmer geweigert hatten, Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Demonstrationsteilnehmer hatten zudem Polizei-Absperrungen am Reichstag bedrängt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übte auf Facebook Kritik daran: "Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie." (kna)


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