Weltweite Hilfsprojekte "Kirche in Not" investiert über 111 Millionen Euro

17.06.2020

Das Hilfswerk unterstützt verfolgte und notleidende Christen. Terror und Krieg machen diese Hilfe lebensnotwendig.

Vom Krieg zerstörte Kirche in der Ukraine
"Kirche in Not" unterstützt unter anderen die Christen in den Konfliktzonen der Ukraine. © imago images / Hans Lucas

München – Das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" hat im vergangenen Jahr 111,2 Millionen Euro weltweit in Projekte und Aktivitäten für verfolgte und notleidende Christen investiert. Das entspreche dem Niveau des Vorjahres, als der Betrag bei 111,1 Millionen Euro gelegen habe, teilte die Organisation am Mittwoch in München mit. Die Spenden seien vorrangig in rund 5.200 Hilfsprojekte in 139 Ländern geflossen.

Laut Mitteilung sammelten die 23 Nationalbüros von "Kirche in Not" 2019 über 106 Millionen Euro an Spenden. Der deutsche Zweig habe Einnahmen in Höhe von 11,74 Millionen Euro verzeichnet (2018: 10,37 Millionen Euro). Die mitverwaltete Pater-Werenfried-van-Straaten-Stiftung, die sich ebenso für Evangelisierung und Projekte der verfolgten Kirche einsetze, habe im Vorjahr Einnahmen von rund 625.00 Euro (2018: 565.000) verzeichnet. Hinzu gekommen seien Zustiftungen in Höhe von 160.000 Euro.

Drei Hauptaufgaben

Nach Angaben des Hilfswerks kamen über 80 Prozent der Einnahmen dessen drei Hauptaufgaben zugute: der Projektarbeit, den Informationen über die verfolgte Kirche und Gebetsinitiativen. Die Verwaltungsausgaben seien bei rund acht Prozent gelegen. Elf Prozent seien für Wohltätergewinnung und Betreuung aufgewandt worden. Der Schwerpunkt der Hilfen - fast ein Drittel - sei für Afrika bestimmt gewesen, etwa für die Demokratische Republik Kongo, Nigeria, Kamerun und Burkina Faso. Diese Länder würden seit Jahren von fundamentalistischem Terror heimgesucht.

"Die Not der Menschen, vor allem in den Ländern der Sahel-Zone, schreit zum Himmel", erklärte Geschäftsführer Florian Ripka. Sie fühlten sich von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen. "Kirche in Not" wolle den Einsatz für die "vergessenen Brüder und Schwestern" weiter ausbauen und auf ihr Schicksal aufmerksam machen.

Aufbau- und Überlebenshilfe

Ein Viertel der Projektgelder sei in den Nahen Osten geflossen, um die dort in ihrer Existenz bedrohten Christen zu unterstützen. So leiste das Hilfswerk Aufbau- und Überlebenshilfe etwa in Syrien und im Irak. Dort seien Wohnhäuser in der Ninive-Ebene wieder aufgebaut worden, auch Kirchen- und Klöster würden instandgesetzt.

An dritter Stelle stand nach Angaben von "Kirche in Not" Osteuropa. Die mit Abstand meisten Mittel habe die katholische Minderheit in der Ukraine erhalten, um an die 300 Projekte zu realisieren. Auch sei Geld nach Venezuela und Brasilien gegangen sowie nach Pakistan und Indien. (kna)


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