Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Kirche mit vielen Spitznamen

09.07.2021

Im Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung geht es heuer um Heilige und Selige mit Bezug zum Erzbistum München und Freising. In der zweiten Folge wird ein modernes Gotteshaus gesucht, das einem mutigen Jesuiten geweiht ist.

Poinger Pfarrkirche
Die Poinger Pfarrkirche wurde bereits mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet. © Kiderle/SMB

Am 10. Juni war es schon wieder drei Jahre her, dass Kardinal Reinhard Marx unsere heute gesuchte Kirche in Poing (Dekanat Ebersberg) geweiht hat. Mit ihren 15.000 in der Sonne leuchtenden weißen Fassaden-Kacheln und dem goldenen Kreuz mit Wetterhahn auf der Spitze bildet sie in dem Neubaugebiet „Bergfeld“ des boomenden Poing ein neues Zentrum. Der vom Münchner Architekten Andreas Meck (†) realisierte, 14,6 Millionen Euro teure Bau hatte aufgrund seiner Optik bereits vor seiner Weihe viele Spitznamen erhalten: „Sprungschanze“, „Kristall“, „kleine Elbphilharmonie“, „Statistikkurve“ oder für den Glockenturm „Trafostation“. Ergänzt wird der Neubau von einem angrenzenden Kirchenzentrum mit Kindergarten und Pfarrheim.

Erstes Patrozinium

Das Gotteshaus selbst umfasst 350 Sitzplätze, die in drei Sitz-Blöcken um die Altarinsel gruppiert sind. Das Holz der Bänke steht in interessantem Kontrast zur transparenten weißen Lichtführung des Raums und dem Nagelfluh der oberbayerischen Schotterebene, der Wandsockel, Boden und Altarinsel bedeckt. Unmittelbar an das Kirchengrundstück grenzt ein kleiner naturhaft gestalteter Weiher mit anschließendem Grüngürtel an. Dieser kann aus dem Kirchenraum durch ein großzügiges Panorama-Fenster in der Ecke des Taufsteins betrachtet werden – ein fast meditatives Gefühl.

Der Neubau löste die alte Dorfkirche St. Michael im ehemaligen Ortskern als Pfarrkirche ab. Diese wird heute als Filialkirche genutzt. Doch St. Michael ist ein gutes Stichwort: In der gleichnamigen Kirche im Zentrum Münchens stand der Patron der Poinger Kirche oft auf der Kanzel und predigte unerschrocken gegen das Unrechtsregime der Nationalsozia listen. Am 3. Mai 1987 wurde er von Papst Johannes Paul II. im Münchner Olympiastadion seliggesprochen. Sein Grab in der Unterkirche des Bürgersaals ist viel besucht, er gilt als „Apostel Münchens“ und „fünfzehnter Nothelfer“. Die Poinger Kirche ist die erste Pfarrkirche, die das Patrozinium des seligen Jesuitenpaters trägt.

Unbeugsamer Seelsorger

Dieser lebte von 1876 bis 1945 und stammte ursprünglich aus Stuttgart. Ab 1912 war er in München als Zuwandererseelsorger eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Militärseelsorger 1916 so schwer verwundet, dass sein linkes Bein amputiert werden musste, fortan trug er eine Prothese. Ab 1921 war er Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal. Schon in den 1920er Jahren erkannte er den Nationalsozialismus als Unheil und Gefahr und hielt damit nicht hinterm Berg. Mehrfach verhaftet, bezahlte er seinen Mut mit der Inhaftierung 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen. 1940 kam er in Klosterhaft nach Ettal. Nach Kriegsende kehrte der unbeugsame Jesuit nach München zurück und starb am Allerheiligentag 1945.

Beim Betreten des modernen Gotteshauses stößt man an der Wand auf einen Satz des seligen Kirchenpatrons: „Gott im Herzen und Gott vor Augen.“ Ob er wohl je in Poing war?

Wie heißt unser gesuchter Seliger?

Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung. Heuer stellen wir Ihnen in sechs Rätsel-Folgen verschiedene Heilige und einen Seligen vor, die einen Bezug zum Erzbistum München und Freising haben und bis heute besondere Verehrung genießen. Wir fragen dabei nach dem jeweiligen Glaubenszeugen selbst und/oder nach einer ihm zugeordneten Kirche.

Wer miträtselt, kann wieder schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir zwei DAB+-Radiogeräte, zwei Büchergutscheine im Wert von 25 Euro für unsere Buchhandlung Michaelsbund, zwei Michaelsbund-Isoflaschen sowie vier Michaelsbund-Messenger-Bags (Umhängetaschen). Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptgewinner gezogen. Für den Glücklichen spendiert unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro, eine Reise nach Lourdes für eine Person.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:

Münchner Kirchenzeitung Sommerrätsel
80326 München

Oder per E-Mail:

redaktion@michaelsbund.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der Einsendeschluss für die zweite Folge ist Donnerstag, 22. Juli (Poststempel).

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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