Pfarrverband Oberes Inntal Kirche nimmt dem Freistaat Kloster Reisach nicht ab

24.05.2019

Das Kaufangebot hat das Erzbistum München und Freising abgelehnt. Für die Seelsorge vor Ort ist aber gesorgt worden.

Mönche verlassen nach 300 Jahren Kloster Reisach.
Mönche verlassen nach 300 Jahren Kloster Reisach. © imago / imagebroker

München – Der Freistaat Bayern muss sich für das ihm gehörende Kloster Reisach im Oberen Inntal einen neuen Nutzer suchen. Die Erzdiözese München und Freising hat nach eigenen Angaben vom Freitag ein Kaufangebot abgelehnt. Die damit verbundenen Auflagen hätten nur eine Nutzung in einem sehr engen kirchlichen Sinn zugelassen, hieß es zur Begründung. In diesem Zusammenhang hätten sich alle angedachten Alternativen zerschlagen.

Im Hintergrund steht eine Kettenreaktion. Die deutschen Karmeliten, die seit 1837 ein dauerhaftes Nutzungsrecht besaßen, ziehen sich zurück. Laut Mitteilung des Erzbistums wegen Nachwuchsmangels und zu hohen erwarteten Sanierungskosten. Das Kloster werde im Sommer aufgelöst. Die drei dort noch lebenden polnischen Ordensleute kehrten auf Wunsch ihres Provinzials in ihre Heimat zurück. Die Seelsorge im Pfarrverband Oberes Inntal wird ab kommenden Herbst neu gestaltet. Ab September 2019 wird der neue Pfarrverbandsleiter, Pfarrer Hans Huber, für die Seelsorge zuständig, unterstützt wird er von einem priesterlichen Mitarbeiter.

Ende eines Experiments

Damit endet ein Experiment, das in der Amtszeit von Kardinal Friedrich Wetter 2002 in München begonnen hatte. Damals gründete der polnische Orden eine Niederlassung im Süden der Stadt, drei Patres kümmerten sich um die Pfarrseelsorge. 2013 zog ihr Konvent in das Kloster bei Niederaudorf um. Reisach wurde 1729 gestiftet und war bis auf wenige Jahre nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder von Karmeliten genutzt worden.

Nach Auskunft eines Münchner Bistumssprechers gab es Überlegungen, in den Gebäuden ein Hospiz oder einen Stützpunkt für Tourismusseelsorge einzurichten. Auch ein Zentrum für innerlich ausgebrannte kirchliche Mitarbeiter sei in Kooperation mit dem Erzbistum Salzburg zwischenzeitlich angedacht gewesen, außerdem ein geistlich akzentuiertes Hotel für Besucher der Passionsspiele im benachbarten Erl auf der anderen Seite des Inns in Tirol. (kna)


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