Weltweiter Gebetstag Kirche ruft zum Engagement für die Schöpfung auf

31.08.2017

In Zeiten von Terror und Angst will die katholische Kirche den Blick auf "Gottes gute Schöpfung" nicht vergessen. Deshalb hat sie diesen Freitag zu einem besonderen Tag ausgerufen.

Die katholische Kirche begeht an diesem Freitag zum dritten Mal den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung.
Die katholische Kirche begeht an diesem Freitag zum dritten Mal den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. © Fotolia.com/Wolfilser

Bonn – Die katholische Kirche in Deutschland hat zu einem stärkeren Engagement für die Bewahrung der Schöpfung aufgerufen und eine generationenübergreifende Verantwortung angemahnt. "Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen. Deshalb brauchen wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtut", erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, am Mittwoch in Bonn.

Die katholische Kirche begeht an diesem Freitag zum dritten Mal den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Er fällt mit dem bereits in Deutschland traditionellen Ökumenischen Tag der Schöpfung zusammen, der von der ACK organisiert wird.

Vergessene Schöpfung

Wiesemann rief die Christen auf, sich an diesem Schöpfungstag zu engagieren und sich durch Gebet, Gottesdienst und Veranstaltungen an die eigene Verantwortung erinnern zu lassen. "In einer mehr und mehr globalisierten Welt, die von Terror und Angst heimgesucht wird, vergessen wir manchmal den dankbaren Blick auf Gottes gute Schöpfung."

Papst Franziskus rufe angesichts der ökologischen Krise unermüdlich zur Umkehr auf. "In der Enzyklika 'Laudato si' macht der Papst Handlungsvorschläge, die wir mutig in unseren Gemeinden, aber auch auf der überregionalen Ebene aufgreifen sollten. Klimapolitik, gerechte Ressourcenverwendung und eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser für jeden sind nur einige von konkreten Forderungen, denen wir uns verpflichtet fühlen sollten", betonte Wiesemann. (KNA)

Auch der Präsident von missio München, Wolfgang Huber, hat die gemeinsame Verantwortung für den Schutz der Umwelt angemahnt. Anlässlich des Weltgebetstags sagte er, vor allem die Christen seien hier aufgerufen. "Wir haben eine Pflicht gegenüber künftigen Generationen." Die Kirche nehme diese in vielfältiger Weise ernst und gehe beispielhaft voran. So sei in den Richtlinien des katholischen Hilfswerks zur finanziellen Förderung von Projekten die "Bewahrung der Schöpfung" fest verankert.
1.000 Bäume in Nordindien
Partner in Afrika, Asien und Ozeanien würden dabei unterstützt, Wälder aufzuforsten, die Wasserversorgung zu sichern, regenerative Energien zu nutzen und das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt weiterzutragen, erklärte Huber. Als Beispiel nannte er ein Projekt im Norden Indiens. Mit der indigenen Bevölkerung sei es dort gelungen, innerhalb von zwei Jahren rund 1.000 Bäume zu pflanzen in einer Region, die durch den Klimawandel zunehmend von Versteppung bedroht sei. Die Bäume wirkten der Luftverschmutzung entgegen und verbesserten die Anbaubedingungen.
Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit
Huber erinnerte an die Umwelt-Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus. Darin mache dieser deutlich, dass ökologische und soziale Ungerechtigkeiten nicht getrennt voneinander betrachtet werden könnten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass der Klimawandel immer mehr Menschen Hunger und Durst leiden lässt und sie dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen." Konkrete Maßnahmen zum Schutz der Umwelt müssten daher immer einhergehen mit Programmen zur Bewusstseinsbildung, so der misso-Präsident. (KNA)

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