Sanierung Kirche St. Quirin hat Turm zurück

14.09.2018

Ein Schwertransport hat ihn wieder ins Tegernseer Tal gebracht. Anschließend wurde der Turm mit einem Kran aufs Dach gesetzt. Er war zur Restaurierung nach Freising gebracht worden, wo es einiges zu tun gab.

Ein Schwertransport brachte den Turm zurück zur Kirche.
Ein Schwertransport brachte den Turm zurück zur Kirche. © Grüner

St. Quirin– So berühmt wie der Turm von Pisa ist er nicht, aber dass er schief war, konnten die Autofahrer, die zwischen Gmund und Tegernsee an ihm vorbeifuhren, deutlich sehen. Ab sofort steht der Zwiebelturm der kleinen Kirche St. Quirin am Ostufer des Sees jedoch wieder kerzengerade da. Der Turmhelm war im Mai abgetragen und in der auf Renovierungen spezialisierten Zimmerei Braun in Attenkirchen bei Freising saniert worden. Korbinian Vaitl, Chef der Firma, berichtet, welches Bild sich den Bauarbeitern zu Beginn der im Herbst 2017 begonnen Kirchensanierung beim Entfernung der Außenverschalung bot: „Der Turm hat ja zwei Stockwerke. Die Knotenpunkte, auf denen die Zwiebel, das obere Stockwerk, auflag, waren alle verfault.“ Auch im Inneren der Zwiebel fehlte es weit. „Es wurden allein drei Spunde (das Gerippe der Zwiebel) ausgewechselt und von den drei Pfettenkränzen konnten vom ersten 90 Prozent und von den beiden anderen nur 40 und 30 Prozent erhalten werden“

Mit dem Zwiebelturm über die Autobahn

Das alles vor Ort, vom Gerüst aus, zu erneuern, wäre kaum möglich gewesen. Deshalb hat der Münchner Architekt Peter Pongratz, der die Restaurierung leitet, den Turm nach Attenkirchen bringen lassen. Dort stand er nun viele Wochen fertig saniert und wartete auf seine Abholung. Aber die Straßenmeisterei genehmigte während der Ferienzeit keinen Schwertransport in das von Touristen überlaufene Tegernseer Tal. Nun aber, am 14. September, nach Ferienende, rollte der Zwiebelturm auf dem Sattelschlepper über Autobahn und Bundesstraße zurück an den Tegernsee, wo ihn ein Baukran schließlich wieder auf das Dach setzte.

Ein Kran setzte die Zwiebelkuppel wieder auf den Turm.
Ein Kran setzte die Zwiebelkuppel wieder auf den Turm. © Grüner

Gebeine des hl. Quirinus aus Rom

So unscheinbar die Kirche St. Quirin, die auch dem kleinen Ort den Namen gibt, erscheinen mag, zählt sie doch zu den Kleinodien des Tegernseer Tals. Die Stifter des Benediktinerklosters, die Brüder Adalbert und Oatker, haben im Jahr 804 aus der Pontianus-Katakombe in Rom die Gebeine des hl. Quirinus nach Tegernsee in die neu erbaute St. Peter- und Paulskirche gebracht. Der Heilige ist ein römischer Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert. Kurz vor dem Ziel haben sie der Legende nach am Ostufer des Sees eine letzte Rast eingelegt. Da entsprang an der Stelle, an der sie die Trage mit dem Leib des Heiligen abstellten, eine heilkräftige Quelle. Um 1170 baute man darüber eine hölzerne Kapelle und 1450 die jetzige Kirche aus Stein. Diese wurde 1676 im barocken Stil umgestaltet und hat in ihrer Mitte ein Brunnen aus rotem Marmor. Mit dem Quellwasser waschen sich noch immer Gläubige in der Hoffnung auf Heilung die Augen aus. Nun müssen sie allerdings warten bis die auf zwei Jahre veranschlagte Sanierung der Kirche abgeschlossen ist. (Karl Grüner)

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