Kirche plus Führungen Kirche und Kloster – Sankt Anna und das Lehel

06.09.2013

"Lehel" oder "Lechel" - darüber streiten sich die Münchner. Eine Antwort gibt es bei der Kirche plus Führung durch den Münchner Stadtteil. Bei der steht die Kirche und das Kloster St. Anna im Mittelpunkt.

Kirche St. Anna (Bild: Sankt Michaelsbund)

Wer schon mal an der U-Bahnstation Lehel ausgestiegen ist kennt sie bestimmt: die Kirche Sankt Anna. Ein großer, imposanter Bau. Ihr gegenüber eine viel unauffälligerer: die Klosterkirche Sankt Anna. Entstanden ist sie, als das Lehel noch vor der Stadtmauer lag. Die Bürger hatten bei Kurfürst Max Emanuel angefragt, ob sie eine eigenes Kloster erhalten könnten. Mit dem Argument, so Kirchenführerin Barbara Hartmann, dass nachts wenn die Stadttore geschlossen seien, oder bei schlechter Witterung im Winter, ein Geistlicher für Kranke und Sterbende nicht zu bekommen sei. Der Kurfürst stimmte dem Bau zu und 1725 war das Kloster Sankt Anna, damals ein Hieromyten-Kloster, fertig. Nach der Säkularisation 1802 wurde es zuerst Lager und dann Pfarrkirche, bevor es später von Franziskanern besiedelt wurde, deren Kloster zerstört worden war.

Als das Bevölkerungswachstum voranschritt wurde ab 1887 von Gabriel von Seidl eine neuromanische Kirche direkt gegenüber gebaut. Um es passend und zugleich anders zu gestalten, entschied sich dieser beim neuen Sankt Anna für die Einturmvariante. Geklärt wird bei der Führung auch die Streitfrage, ob es 'Lehel' oder 'Lechel' heißt. Barbara Hartmann erklärt, beides sei richtig, schließlich käme das Wort von Lohe – wie in Lohhof oder Lochham. Bei dem Rundgang zeigt sie auch die gut erhaltene Fassade aus der Zeit um 1870. Um das 19. Jahrhundert war dies eine eher schlechtere Wohngegend, mittlerweile gehören Wohnung in dieser Lage längst zu den nobelsten Münchens.

Wenn Sie sie sich selbst anschauen wollen, die nächste Führung ist am Freitag den 13. September um 17 Uhr. Beginn ist in der Klosterkirche Sankt Anna – sprich in der kleinen, unscheinbaren Kirche. Kosten für die Führung: 8 Euro. (sts)


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