Am Tag nach dem Anschlag Kirchen gedenken der Opfer und bieten Gespräche an

23.07.2016

Die beiden großen Kirchen planen für die Opfer der Bluttat in einem Münchner Einkaufszentrum einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst am 31.Juli.

Die Vesper und der Abendgottesdienst im Münchner Liebfrauendom stehen heute im Zeichen der tödlichen Ereignisse. (Bild: Fotolia)

München – Nach der Gewalttat mit zehn Toten planen die beiden großen Kirchen einen gemeinsamen Gottesdienst in München. Die ökumenische Gedenkfeier finde am letzten Sonntag im Juli im Liebfrauendom statt, sagte ein Sprecher des Erzbistums auf Anfrage. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gedenkt der Opfer bereits an diesem Sonntagabend in einer Messe im Dom. "Diese schreckliche Tat erschüttert mich und erfüllt mich mit tiefer Trauer", erklärte Marx. Auch andere Bischöfe und Religionsvertreter äußerten sich bestürzt.

Bereits am heutigen Samstag stehen die Vesper und der Abendgottesdienst im Dom im Zeichen der tödlichen Ereignisse. Gleiches gilt für die Abendmesse in der Jesuitenkirche Sankt Michael in der Innenstadt. Später gibt es dort auch Orgelmusik mit Textimpulsen und und Gebet. Zu den üblichen Beichtzeiten von 15 bis 19 Uhr bieten die dortigen Seelsorger Menschen die Möglichkeit, mit ihnen das Gespräch zu suchen. In St. Peter wird die Gebetsnacht Nightfever veranstaltet.

Die Jesuiten von Sankt Michael hatten am Freitagabend bis zu 40 Leuten Zuflucht in ihren Räumen gewährt, sagte Kellner. Die Personen seien sogar über Nacht versorgt worden, nachdem der öffentliche Nahverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde. Unter den Schutzsuchenden seien einige Touristen gewesen. Zudem hätten im Dom viele Menschen eine Bleibe gefunden.

Seit dem Anschlag sind katholische Seelsorger im Rahmen des Kriseninterventionsteams im Einsatz. So werden sie am heutigen Samstag in den Pfarrräumen der nahe dem Olympiaeinkaufszentrums (OEZ) gelegenen Pfarrei Sankt Martin in Moosach für Gespräche mit Mitarbeitern des OEZ zur Verfügung stehen, die Zeugen der Tat wurden.

Am Freitagabend hatte in dem Einkaufszentrum ein Mann nach bisherigen Erkenntnissen neun Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Bei dem Täter handelt es sich vermutlich um einen 18-jährigen Deutsch-Iraner aus München. Nach Polizeiangaben wurden 16 Personen verletzt. Ein Motiv für die Bluttat sei bisher nicht erkennbar, so die Polizei. (kna)


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