Vandalismus Kirchen in Bamberg beschädigt

07.05.2018

Fünf Bamberger Kirchen sind innerhalb kurzer Zeit durch Vandalismus beschädigt worden. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 20.000 Euro, der oder die Täter sind noch nicht gefasst.

In der Bamberger Martinskirche wurden eine vergoldete Holzfigur beschädigt und Broschüren beschmiert.
In der Bamberger Martinskirche wurden eine vergoldete Holzfigur beschädigt und Broschüren beschmiert. © Glacyer - stock.adobe.com

Bamberg – In Bamberg hat es binnen drei Tagen in fünf Kirchen sieben Fälle von Vandalismus gegeben. Dabei entstand nach Polizeiangaben ein Sachschaden von wenigstens 20.000 Euro. Betroffen sind demnach die katholischen Kirchen im Kloster Heiliggrab, Sankt Otto, Sankt Martin und Sankt Kunigund sowie die evangelische Erlöserkirche. In den Gotteshäusern wurden unter anderem Heiligenfiguren umgestoßen sowie Kreuze und Bilder von den Wänden gerissen.

Die Serie begann am vergangenen Mittwochvormittag damit, dass ein Unbekannter im Kloster Heiliggrab eine Holzfigur des heiligen Josef vom Sockel warf. Am Donnerstag wurde dann am selben Ort ein großes Kreuz von der Wand gerissen, das dadurch zerbrach. Zudem wurden in Sankt Otto zwei Heiligenfiguren umgestoßen und in der evangelischen Erlöserkirche ein Bild von der Mauer gezerrt und so dessen Schutzglas zerstört. Ferner wütete der Täter in der Martinskirche: Am Donnerstagnachmittag beschädigte er dort eine vergoldete Holzfigur, am Freitagmorgen beschmierte er diverse Broschüren. In der Nacht auf Freitag wurde auch noch ein Fenster von Sankt Kunigund eingeworfen.

Gemeinden sollen wachsam sein

Bei den Attacken im Kloster Heiliggrab entstand laut Polizei ein Schaden von etwa 13.000 Euro, in Sankt Otto von 3.000 Euro, in der Erlöserkirche von 150 Euro und in Sankt Kunigund von 1.500 Euro. Die Zerstörungen in der Martinskirche ließen sich bislang noch nicht genau finanziell beziffern, dürften aber wohl mehr als 2.000 Euro betragen.

Laut Harry Luck, Sprecher des Erzbistums Bamberg, wurde in die betroffenen Kirchen nicht eingebrochen, die Gotteshäuser waren vielmehr geöffnet. Dies werde auch so bleiben, sagte Luck. Man habe die Gemeinden indes auf Anraten der Polizei dazu aufgerufen, besonders wachsam zu sein. Die Polizei-Inspektion Bamberg-Stadt kündigte auf Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) "verstärkte Streifen und ein erhöhtes Augenmerk auf kirchliche Einrichtungen" in Bamberg an.

Hinweise auf den oder die Täter hat die Polizei nach eigenen Angaben noch nicht. Luck zufolge hat ein Pfarrer allerdings davon berichtet, dass kürzlich ein junger Mann auf offener Straße ein Kreuz in der Bamberger Innenstadt bespuckt hat. Die Polizei bittet etwaige Zeugen dieser Tat und der anderen Vorfälle, sich unter Telefon (09 51) 9 12 92 10 zu melden. (KNA)


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