Gemeinsames Wort Kirchen unterstützen Anliegen der „Interkulturellen Woche“

21.09.2019

Vertreter der Katholischen, Evangelischen und Orthodoxen Kirche laden mit einem Gemeinsamen Wort zur Teilnahme an der 44. Interkulturellen Woche ein.

Kardinal Reinhard Marx, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos (v.r.n.l.).
Kardinal Reinhard Marx, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos (v.r.n.l.). © imago images

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 44. Interkulturellen Woche ein. Sie findet vom 22. bis 29. September statt und steht unter dem Leitthema: „Zusammen leben, zusammen wachsen“. Geplant sind mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten im gesamten Bundesgebiet.

Chancen zum persönlichen Wachstum

In ihrem Gemeinsamen Wort heben die drei Vorsitzenden hervor, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher kultureller Prägung für alle Beteiligten die Chance zum persönlichen Wachstum biete: „Zunächst einmal wachsen wir, indem wir uns von unserem ‚fremden‘ Gegenüber eine Welt eröffnen lassen, die uns bislang unbekannt war. Das Erlernen einer anderen Sprache erschließt uns eine andere Mentalität und lässt uns eine andere Kultur lebendig werden. Der Dialog mit Angehörigen anderer Kulturen und Religionen erweitert unseren Horizont.“

Echtes Wohlwollen entgegenbringen

Darüber hinaus lenken Kardinal Marx, Landesbischof Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos den Blick auf das Leitbild menschlicher Größe, das im Evangelium zum Ausdruck komme. Es bestehe darin, „andere in ihrem Anders-Sein wahrzunehmen, sie sogar in Demut höher einzuschätzen als sich selbst und ihnen dabei echtes Wohlwollen entgegenzubringen“.

Die Vorsitzenden machen darauf aufmerksam, dass die Menschen weltweit im Zuge der Globalisierung, erhöhter Mobilität und nahezu uneingeschränkter Kommunikationsmöglichkeiten immer näher zusammenrücken. In dieser Situation sehen sie eine wichtige Aufgabe darin, „mit aller Kraft daran zu arbeiten, dass dies zu einem Wachstumsschritt in Richtung eines friedlichen Miteinanders über alle Unterschiedlichkeiten hinweg führt“.

Mit Aufmerksamkeit und Respekt begegnen

Die kulturell vielfältige Gesellschaft fordere jede und jeden Einzelnen heraus. „Wir treffen permanent auf Menschen, die uns in irgendeiner Weise fremd sind, sei es, weil sie eine andere Sprache sprechen, sei es, weil sie von einer anderen Kultur geprägt sind oder einer anderen Religion angehören, oder sei es, weil sie eine politische Position vertreten, die unserer eigenen Überzeugung zuwiderläuft. Jedem Einzelnen mit Aufmerksamkeit und Respekt zu begegnen, trägt dazu bei, dass in unserer Gesellschaft Gräben der Ignoranz, Mauern der Abschottung und Fronten des Hasses überwunden werden.“

Die Interkulturelle Woche sei ein lebendiges Zeichen dafür, wie es gelingen könne, zusammen zu leben und zusammen zu wachsen. „Sie schenkt Freude am Miteinander und macht Mut, unser gesellschaftliches Zusammenleben zu gestalten.“ Die Vorsitzenden wenden sich mit einem Wort des Dankes an alle, die sich vor Ort für die Anliegen der Interkulturellen Woche einsetzen, und „wünschen ihnen gute Erfahrungen und Gottes Segen für ihr Engagement“. (dbk)

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