Oktoberfest 2018 Kirchliche Hilfsdienste auf der Wiesn

17.09.2018

München bereitet sich auf die Wiesn vor. Dazu gehören natürlich auch Hilfs-und Rettungsdienste wie die Malteser, die rund um das Fest im Einsatz sind.

Die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt.
Die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt. © allessuper_1979 - stock.adobe.com

München – Wer Björn Konrad nach besonders skurrilen Rettungseinsätzen auf der Wiesn fragt, sollte Zeit mitbringen. „Wie viele Stunden habe ich?“ fragt der Leiter der Rettungswacher des Malteser Hilfsdiensts in Gräfelfing. „Wir erleben alles, vom verlorenen Kind bis zur Massenschlägerei.“ Und natürlich kennt auch er den berühmten Hügel hinter den Festzelten. „Da kann es vorkommen, dass wir eine Platzwunde versorgen und sich nebenan die Leute vergnügen.“

Sonderschulung

Vom 22. September bis zum 7. Oktober werden zur Wiesn wieder über sechs Millionen Besucher erwartet. Das bedeutet natürlich viel Arbeit für die Hilfs-und Rettungsdienste. Auf dem Gelände selbst gibt es einen privaten Sanitätsdienst, aber trotzdem werden Rettungsdienste wie die Malteser dort Einsätze fahren. Es gibt für das Oktoberfest einen Sonderdienstplan, in den die Beteiligten in einer Sonderschulung eingewiesen werden. An acht Tagen stellen die Malteser einen oder zwei Rettungs-und Krankenwagen zusätzlich zum öffentlichen Rettungsdienst zur Verfügung. Aber auch wenn es mehr Arbeit geben wird, Konrad blickt der Zeit entspannt entgegen. „Die Meisten von uns sind alte Hasen und schon lange auf der Wiesn unterwegs.“

Das Münchner Kirchenradio stellt jede Woche in "Total Sozial" einen der vielen sozialen Verbände und Vereine im Erzbistum München und Freising vor. Hier geht es zu den Podcasts der Sendung.

Ähnlich routiniert blickt auch Carolin Lossie dem Oktoberfest entgegen. Sie ist Leiterin Einsatzdienste im Katastrophenschutz München Stadt der Malteser. Der Katastrophenschutz würde gerufen, wenn es einen „Massenanfall von Verletzten“ geben würde, und die regulären Einsatzkräfte Unterstützung bräuchten. Um auf alles vorbereitet zu sein, gibt es verschiedene Treffen im Vorfeld, bei denen die Helfer, die meisten von ihnen ehrenamtlich, ihr theoretisches Wissen auffrischen können. „Die Helfer kennen die Abläufe, aber so rutschen sie wieder nach vorne ins Gedächtnis.“ Mit den Gruppenführern wird es außerdem eine Ortsbegehung auf der Theresienwiese geben. „Auf ein konkretes Szenario bereiten wir uns aber nicht vor“, sagt Lossie. „Wir hoffen natürlich, dass wir wie in den letzten Jahren gar nicht gebraucht werden.“

Die, die übrigbleiben

Anders als bei den Maltesern ist die Wiesn für die Bahnhofsmission am Münchner Hauptbahnhof eine Zeit, in der es tendenziell sogar eher ruhiger ist, sagt Bettina Spahn. Sie ist die Leiterin der Hilfestation an Gleis 11, die vom katholischen Verband IN VIA München e.V. betrieben wird. „Wegen der Wiesn sind Polizei, Hilfs-und Rettungsdienste besonders sensibilisiert. Oft bekommen wir die Fälle, die übrigbleiben, überstellt.“ Spahn erzählt von einem Paar, das die Polizei einmal zur Bahnhofsmission gebracht hat. „Denen war die Kleidung abhandengekommen und sie konnten sich dann in unserer Kleiderkammer neu einkleiden.“ Bettina Spahn lacht. „Meistens ist es dann eher lustig, weil es in der Regel keine gravierenden Probleme sind.“ Menschen, die ihre Fahrkarten verloren oder ihren Zug verpasst haben, sind in den Wochen des Oktoberfests an der Tagesordnung. „Natürlich ist die Wiesn wie für jeden Münchner auch für uns etwas Besonderes, und draußen am Bahnhof ist viel mehr los ist.“ Aber in der Bahnhofsmission selbst spüre man davon eher wenig. Also dann: auf eine friedliche und für die katholischen Hilfsdienste ruhige Wiesn!

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Wiesn

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