Kanzlerin Merkel empfängt Sternsinger Kleine Könige im Kanzleramt

09.01.2017

108 Sternsinger aus ganz Deutschland haben am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht und mit ihr Lieder gesungen. Mit dabei waren auch junge Könige aus dem Erzbistum München und Freising.

108 Sternsinger aus ganz Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt empfangen. © Ralf Adloff/Kindermissionswerk

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Montag Sternsinger aus ganz Deutschland empfangen und ihnen für ihren Einsatz gedankt. "Als Sternsinger macht ihr klar, dass es nicht nur um euch geht, nicht nur um die Kinder in Deutschland", lobte Merkel das Engagement der bundesweit rund 300.000 Sternsinger für ihre Altersgenossen weltweit. "Ihr seid jung, aber ihr bewegt viel", sagte sie beim Empfang im Kanzleramt.

Die Aktion "Dreikönigssingen" findet in diesem Jahr zum 59. Mal statt und steht unter dem Jahresmotto "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit!". Bundesweit wollen die Sternsinger zu einem Umdenken beim Konsumverhalten und Lebenswandel aufrufen. Sie sammeln Spenden für Landwirtschafts- und Wasserprojekte in der Region Turkana im Nordwesten Kenias, die stark von den Folgen des Klimawandels betroffen ist.

Klimawandel zentrales Thema

Die Kanzlerin zeigte sich besonders erfreut über das Jahresmotto. Der Klimawandel sei auch für sie ein zentrales Thema, und es sei "sehr perfide", dass Menschen in anderen Weltteilen unter etwas litten, das sie gar nicht verursachten. Die Kanzlerin verwies auf Papst Franziskus. Wie Franziskus gesagt habe, kann jeder einzelne "als Werkzeug Gottes an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten".

Die Sternsinger Magdalena (14), Miriam (15), Paul (13) und Dennis (14) sowie Begleiterin Birgitta Grimm aus der Gemeinde St. Peter in Dachau vertraten das Erzbistum München und Freising beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Ralf Adloff/Kindermissionswerk

Schon ganz aufgeregt waren Miriam Verweyen, Magdalena Liebert und Dennis Hoffmann aus der Pfarrei St. Peter in Dachau im Vorfeld des Besuchs bei der Kanzlerin. Seit sieben Jahren sind die drei schon in ihrer Pfarrei als Sternsinger aktiv.

Losglück

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ausgelost würden, ist mega-gering, deswegen ist es ziemlich cool, dass wir mitmachen dürfen“, freuten die drei sich. Denn um nach Berlin fahren zu können, hatten die Mädchen und Buben im Alter von 13 bis 15 Jahren sich am Sternsinger-Wettbewerb der 59. Aktion Dreikönigssingen beteiligt und beim Preisrätsel die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ziehung der diözesanen Gewinner hatten sie das nötige Losglück.

Magdalena wusste auch schon genau, was sie der Kanzlerin sagen wollte: „Dass es gut ist, dass sie die Sternsinger unterstützt und es schön wäre, wenn sie dies auch weiterhin tut, denn dass Kinder Kindern helfen, ist eine ziemlich tolle Sache“, erzählte sie im Münchner Kirchenradio.

Und wie war es nun tatsächlich in Berlin bei Angela Merkel? „Sie so aus der Nähe zu sehen, war sehr aufregend“, berichtet Miriam nach dem Empfang. „Und cool, mit rund 100 Sternsingern aus ganz Deutschland ausgerechnet vor der Kanzlerin zu singen“, ist Magdalena begeistert. „Schön, dass wir einen Dank dafür bekommen haben, dass wir jedes Jahr zu den Menschen gehen und Geld für arme Kinder sammeln“, gibt Dennis zu. Die Vier waren auch beeindruckt, dass Merkel sie persönlich willkommen hieß und sich Zeit für ein Foto nahm. „Man hat gemerkt, dass sie hinter den Sternsingern steht.“

Sternsinger aus dem Bistum Essen nahmen die Spende von Bundeskanzlerin Angela Merkel entgegen.
Sternsinger aus dem Bistum Essen nahmen die Spende von Bundeskanzlerin Angela Merkel entgegen. © Ralf Adloff/Kindermissionswerk

Geistliche Begleitung

Die Sternsinger aus den 27 deutschen Bistümern und Erzbistümern wurden vom Präsidenten des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", Klaus Krämer, und dem Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Dirk Bingener, begleitet.

Aus dem Erzbistum Berlin waren zusätzlich Sternsinger aus der Berliner Salvator-Gemeinde in Lichtenrade ins Kanzleramt gekommen, darunter die 13-jährige Charlotte Freyberg, die ein "Unesco-Kulturtalent" ist. Seit 2015 ist das Sternsingen in das Unesco-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.

Die Kinder schrieben ihre Segensformel "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus") in der Kurzform samt Jahreszahl "20*C+M+B+17" mit Kreide an eine Wand im Kanzleramt. Am Freitag hatte bereits Bundespräsident Joachim Gauck Sternsinger aus dem Bistum Fulda empfangen. (KNA/Karin Basso-Ricci/Ralph Würschinger)

Die jährlich um den Dreikönigstag am 6. Januar stattfindende Sternsingeraktion ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Veranstaltet wird sie vom Kindermissionswerk und dem BDKJ. Bei der 58. Aktion hatten die Sternsinger bundesweit etwa 46,2 Millionen Euro gesammelt.

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