Viele Räume für die Kinder Kleinkinder wissen was sie wollen

28.02.2017

Kleinkinder brauchen Bindung, Stabilität und Sicherheit. Dass dies aber nicht gegen eine Teilöffnung spricht, zeigt das Caritas Kinderhaus Sankt Emmeram, in Aschheim.

Auch Kleinkinder können entscheiden, was sie spielen wollen © SMB/sschmid

Aschheim – Offene und teiloffene Konzepte haben viele Kindergärten – bei Krippen ist das meist anders. Wobei teiloffene Arbeit auch in der Krippe funktionieren kann. Das zeigt das Kinderhaus Sankt Emmeram in Aschheim.

Mitbestimmungsrecht für die Kleinsten

Dort will man auch Krippenkindern einen selbstbestimmten Alltag ermöglichen. An einem Tag in der Woche ist das Haus geöffnet. „Für uns ist das ideal“, erzählt Leiterin Monika Pauly. „Seit eineinhalb Jahren haben wir eine dritte Krippengruppe. Wir haben das Glück in einem neuen, großen Haus mit vielen Räumen zu sein – aber die dritte Krippengruppe liegt im Untergeschoss. Sie hat einen hellen Raum mit eigenem Gartenzugang, aber trotzdem ist sie eben weit weg von Kindergarten und den anderen beiden Krippengruppen.“

Einmal in der Woche, bei der Öffnung, sind alle Krippenkinder im Untergeschoss. Nach einem gemeinsamen Morgenkreis dürfen die Kinder selbst bestimmen, welchen Raum sie nutzen mögen. Es gibt eine riesige Turnhalle, einen Kreativraum, den Gruppenraum und einen großen Bereich im Flur. Es sei schön, dass die Kinder so selbst entscheiden können, was sie gerade brauchen, erzählt Pauly. „Viele Kinder toben sich natürlich gerne in der Turnhalle aus, merken aber dann selbst, dass sie eine Ruhephase brauchen und können sich zurückziehen, wenn sie das Bedürfnis danach haben“, erklärt sie.

Überforderung oder Freiheit genießen

Natürlich gebe es Kinder, die in der Anfangszeit überfordert seien. Es gelinge aber immer, sie langsam heranzuführen. So würden ihnen die Räume schon außerhalb der Öffnung gezeigt, es werde darauf geachtet, dass sie erst nur mit der Bezugserzieherin im geschützten Gruppenraum spielen können und sich so langsam auf die neue Freiheit einstellen können. Nach vier bis fünf Wochen seien auch diese anfänglichen Schwierigkeiten immer gelöst und die Kinder freuen sich über die große Wahlmöglichkeit. „Inwieweit sie diese ausnutzen, ist natürlich vom Kind abhängig. Manche wechseln mehrmals den Raum, andere haben einen Lieblingsraum und sind zum Beispiel fast immer in der Turnhalle, wieder andere sind stark an die Bezugserzieherin gebunden und da, wo diese sich aufhält. Das alles ist völlig in Ordnung“, sagt Pauly.

Der Vorteil, den diese Teilöffnung bereits im Gruppenbereich habe, sei eine größere Offenheit der Kinder. Erstmal fällt ihnen der Übergang in den Kindergarten leichter, weil sie schon eine größere Gruppe gewohnt sind und auch Kinder aus den anderen Krippengruppen kennen. Aber darüber hinaus bringe es ihnen eine größere Selbstsicherheit und erleichtere es ihnen, sich in neuen Situationen und mit neuen Menschen zurecht zu finden. Und natürlich lernen die Kinder auch auf ihre Bedürfnisse zu hören, in den Körper hineinzuspüren, brauche ich gerade Bewegung, muss ich mich ausruhen, brauche ich andere oder will ich allein sein.“, erklärt Pauly.

Kinder entscheiden über Essen

Mitbestimmung gibt es auch in anderen Bereichen im Kindergarten Sankt Emmeram. Hier dürfen die Kinder beim Essen entscheiden, was bestellt wird und welche Lieder sie im Morgenkreis singen wollen. "Wir bemühen uns den Kindern viel Freiheiten zu lassen. Natürlich in den bereichen in denen sie schon mitbestimmen können. Wenn Schlafenszeit ist und ein Zweijähriger lieber in den Turnraum möchte, geht das natürlich nicht", sagt Pauly lachend.

Selbstbestimmung auch für Kleinkinder - für das Caritas Kinderhaus Aschheim Sankt Emmeram auf jeden Fall ein Konzept das sich auszahlt und gut funktioniert. (Stefanie Schmid)


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