Caritas Stromspar-Check Klima und Geldbeutel schonen

29.08.2019

Die Experten vom Caritas Stromspar-Check helfen, Energiekosten zu senken und geben nützliche Tipps.

Wer wissen will, welche Möglichkeiten es gibt, zu Hause Strom zu sparen, ist bei einem Fachmann gut aufgehoben.
Wer wissen will, welche Möglichkeiten es gibt, zu Hause Strom zu sparen, ist bei einem Fachmann gut aufgehoben. © krisana - stock.adobe.com

München – Rund 180 Millionen Tonnen CO2 Ausstoß hat der Strom- und Gasverbrauch privater Haushalte in Deutschland 2015 produziert. Und da ist noch keiner mit dem Auto gefahren, ganz zu schweigen von einem Flug in den Urlaub, und gegessen wurde auch noch nichts. Aber der hohe Energieverbrauch schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel. Besonders für arme Menschen ist das oft ein Problem. Wer von Grundsicherung lebt, weil er kaum Rente bekommt, oder von Arbeitslosigkeit betroffen ist, kann oft seine Stromrechnung nicht bezahlen. 350.000 Mal wird Menschen in Deutschland jährlich der Strom abgestellt. Ein Horrorszenario für die Betroffenen: Der Kühlschrank ist aus, man kann nicht mehr kochen, nicht mehr abends bei Licht lesen, hat oft auch kein Warmwasser und eventuell sogar keine Heizung.

Tipps zum Stromsparen im Haushalt

– Weniger Heizen: Rund 70 Prozent der Energiekosten in privaten Haushalten entfallen auf die Heizung. Ein Grad weniger macht bei 100 Quadratmetern Wohnfläche schon einen Unterschied von fast 100 Euro.
– Die Wäsche auf der Leine trocknen. Wäschetrockner sind zwar sehr praktisch, verbrauchen aber Unmengen an Strom.
– Stecker ziehen. Viele Haushaltsgeräte verbrauchen auch ausgeschaltet Strom. Das summiert sich schnell. Deshalb lieber den Stecker vom Wasserkocher nach Benutzung einfach rausziehen.
– Den WLAN-Router ausschalten. Wer nicht zu Hause ist oder schläft, der braucht auch kein Internet.
– Auf die Energieeffizienz achten. Ein A+++ Siegel bei Waschmaschinen und Kühlschränken lohnt sich immer.
– LED-Lampen senken die Energiekosten für Licht um bis zu 90 Prozent und halten außerdem im Durchschnitt 25 Jahre länger als herkömmliche Glühbirnen. Das rechtfertigt ganz schnell den Mehrpreis.
– Stoßlüften statt Fenster kippen. Stoßlüften ist sehr viel effektiver als ständig das Fenster zu kippen. Sowohl für Schimmelbildung als auch für die Heizkosten.
– Kälter waschen. Waschmittel und Waschmaschinen sind viel besser geworden. Man muss nicht mehr mit 95 Grad kochen, 40 oder auch mal 60 Grad reichen meist auch.

Bevor Menschen der Strom abgestellt wird, kommen sie oft zu Thomas Keimerl. Er berät und organisiert dann einen Besuch von einem Berater. Insgesamt 13 Frauen und Männer der Caritas helfen ehrenamtlich Bedürftigen, Strom zu sparen. Die Berater kommen zu den Menschen nach Hause und werfen einen gründlichen Blick in die Wohnung: „Wir suchen nach heimlichen Stromfressern“, erklärt der 56-jährige Umweltpädagoge. Denn viele Elektrogeräte, wie Wasserkocher oder Radios, ziehen auch Strom, wenn sie eigentlich ausgeschaltet sind. Zwar nicht viel, aber das summiert sich. Keimerl und seine Kollegen haben dafür eigene Messgeräte, die auch geringe Mengen Stromverbrauch messen können.

LED-Birne und Zeitschaltuhr

Die großen Geräte werden ebenfalls einer Prüfung unterzogen: Benötigt man den Wäschetrockner wirklich? Und wie energieeffizient sind Kühlschrank, Waschmaschine und Co.? Ein 15 Jahre alter Kühlschrank verbraucht gerne mal 600 Kilowattstunden pro Jahr, ein neuer mit A+++ Siegel weniger als ein Drittel. Hier kann Keimerl ganz praktisch helfen: Bedürftige bekommen von ihm einen Gutschein über 150 Euro für ein neues energieeffizientes Gerät. Außerdem hat er Energiesparartikel dabei, die sofort helfen: von der LED-Glühbirne bis zur Zeitschaltuhr.

Dreimal kommen die Energiesparberater in die vier Wände ihrer Klienten. Beim ersten Mal wird gesucht: Wo kann man Strom sparen? Welche Geräte verbrauchen unnötig Energie? Das kann schon mal zwei Stunden dauern. Nachdem die Ergebnisse analysiert worden sind, wird es beim zweiten Besuch konkret: Lampen werden ausgetauscht, eventuell auch ein Gutschein ausgestellt und natürlich gibt es jede Menge Tipps und Hinweise. Nach einem halben Jahr kommt der Energieberater dann ein letztes Mal, um zu schauen, was wirklich hilft und ob man vielleicht bestimmte Änderungen anpassen muss. Denn nicht jeder gute Rat passt für jeden. Bei einem Haushalt mit vielen Kindern und wenig Platz, ist der Wäschetrockner vielleicht unverzichtbar. Aber beim Kochen immer einen Deckel auf den Topf zu tun, damit weniger Wärme verloren geht, kann jeder. Alles zusammen macht den Unterschied: „Mit dem Stromspar-Check sparen die Menschen im Durchschnitt etwa 100 Euro im Jahr“, ist Keimerl sicher.

Haushalte mit geringem Einkommen können mit dem Stromspar-Check ihre Energiekosten deutlich senken. Ein Energieberater sucht nach Stromfressern im Haushalt und gibt praktische Tipps und verschenkt auch Energiesparartikel. Infos hier oder unter 089/436696-12

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de


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