Katholische Akademie in Bayern Klimaforscher erhält Romano-Guardini-Preis

04.07.2018

Er wird sowohl von Umweltschützern als auch Industriellen gleichermaßen geschätzt. Auch Papst Franziskus hat ihn schon um Rat gefragt. Nun wird der Klimaforscher Ottmar Edenhofer von der Katholischen Akademie in Bayern ausgezeichnet.

Ottmar Edenhofer erhält Romano-Guardini-Preis.
Ottmar Edenhofer erhält Romano-Guardini-Preis. © imago

München – Der designierte Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer (56), erhält am Mittwoch in München den Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie in Bayern. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt "hervorragende Verdienste um die Interpretation von Zeit und Welt auf allen Gebieten des geistigen Lebens", wie die Akademie mitteilte. Benannt ist der Preis nach dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini (1885-1968).

Öffentlicher Mahner

Akademiedirektor Florian Schuller betonte, wie Guardini sei Edenhofer in christlicher Philosophie und katholischer Frömmigkeit verankert. Als Professor an der Technischen Universität Berlin, als Politik-Berater und als öffentlicher Mahner weise Edenhofer immer wieder auf den Klimawandel als eines der drängendsten Probleme der Erde hin und schlage Lösungen vor. So habe er die Weltbank, die Europäische Kommission und die deutsche Regierung beraten.

Berater von Papst Franziskus

Umweltschützer und Industrielle schätzten den Wissenschaftler gleichermaßen, so Schuller. Im Führungskreis des Weltklimarats habe er das Grundlagenpapier für den Pariser Klimagipfel 2015 wesentlich mitverhandelt. Papst Franziskus habe für seine Enzyklika "Laudato si" Edenhofer mehrfach und intensiv zu Rate gezogen. Beider Überzeugung nach seien Umweltzerstörung und Armut eng miteinander verzahnte Probleme, die in der "Sorge für unser gemeinsames Haus" nur zusammen zu lösen sind.

Der Preis wird seit 1970 vergeben. Unter anderen ging er an den Theologen Karl Rahner, den Physiker Werner Heisenberg, den Komponist Carl Orff, den früheren Bundespräsident Richard von Weizsäcker, den Dirigent Nikolaus Harnoncourt und Kardinal Karl Lehmann.

Edenhofer ist derzeit noch stellvertretender Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Ende September wird er zusammen mit dem schwedischen Agrarwissenschaftler und Erdsystemforscher Johan Rockström (52) als Doppelspitze Nachfolger von Gründungsdirektor Hans Joachim Schellnhuber (68). (kna)


Das könnte Sie auch interessieren

© beeboys _stock.adobe.com

DBK-Wachstumsstudie Die Nachhaltigkeitswende schaffen

Maßlosigkeit und unverantwortliches Wachstum kritisierte Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ als Probleme. Eine Studie der Deutschen Bischofskonferenz zeigt Handlungsstrategien für die...

21.08.2018

© Kiderle/SMB

Romano-Guardini-Preis an Ottmar Edenhofer Einladung zum Nachdenken

Mit der Verleihung des Romano-Guardini-Preises an den künftigen Chef des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt die Katholische Akademie in Bayern auch politisch Flagge.

08.07.2018

Bienenvölker Der Ettaler Imker Frater Vitalis kämpft gegen das Bienensterben

Der Mönch hat 50 Jahre Berufserfahrung. Jedes Jahr probiert er neue Methoden aus, um seine Bienenstämme zu retten. Zum Beispiel mit Säure und Sauna

16.04.2018

Papst Franziskus: "Diese Wirtschaft tötet"
© AdobeStock/exopixel

Neue Studie der Deutschen Bischofskonferenz Wirtschaftswachstum – Segen oder Fluch?

Eine Expertenkommission der Deutschen Bischöfe hat die Wirtschaftskritik von Papst Franziskus aufgegriffen und konkrete Reformvorschläge erarbeitet. Die Studie wird in München vorgestellt.

10.04.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren