Klimawandel KLJB auf der Klimakonferenz in Madrid

14.12.2019

Zwei bayerische Deliegerte der Katholischen Landjugendbewegung waren vor Ort und erzählen von der Stimmung bei den Protesten und ihren Forderungen.

Auf den Straßen geht es heißt her.
Auf den Straßen geht es heißt her. © Imago

Madrid/München – In Madrid ging am 13. Dezember die Weltklimakonferenz (COP 25) zu Ende, bei der sich Regierungschefs, Organisationen und Aktivisten aus Umwelt, Wirtschaft und Technik versucht haben, gemeinsam Lösungen für den von Menschen verursachten globalen Klimawandel zu finden. Auch die katholische Landjugendbewegung (KLJB) ist vor Ort. Unter den Delegierten sind zwei Vertreter aus Bayern: Regina Mack und Franz Wacker.

Franz Wacker © Privat

„Im Alltag kann man seine Augen noch vor der Realität verschließen, aber hier wird man mit den ganz harten Themen konfrontiert“, hält Franz Wacker fest. Denn jeder Tag ist für die beiden Delegierten mit Meetings mit anderen NGOs gefüllt. Es geht um Austausch mit den anderen YOUNGOs (Youth for Climate Action), den Jungendorganisationen auf der COP, etwa, und sogar mit einer Delegation des Heiligen Stuhls. Denn der Klimawandel lässt sich nicht alleine aufhalten. Er erfordert, „dass jeder sich an die eigene Nase fasst“ und alle zusammen „an einem Strang ziehen, um unsere Welt retten zu können.“

Mittel zum Zweck

Die Verhandlungen der Regierungschefs rücken für die beiden Delegierten fast ein wenig den Hintergrund, denn auf den Straßen ist einiges los. Auch vor der Ankunft von Greta Thunberg, die aber bei den Verhandlungen keine Rolle spiele, so Mack, geht es bei den Protesten und Zusammenkünften zur Sache. Ein besonderer Gänsehautmoment war für Regina Mack, als die Menschenmassen „Madrid wach auf, in Chile sterben die Menschen“ rufen. Aber am Ende sind die Proteste vor allem Mittel zum Zweck: „Durch Proteste Aufmerksamkeit gewinnen, aber wichtiger ist es inhaltlich voranzukommen“

Regina Mack © Privat

Die Forderungen der KLJB sind zwar eher lokaler Natur, also zum Beispiel saisonale und regionale Verpflegung der Jugendwohnhäuser und dem Fuhrpark der Kirchen. „Hier könnte die Kirche ihr Potential noch viel mehr nutzen, meint Mack. Aber am Ende ist der Klimawandel eben kein lokales Phänomen. Deshalb ist der Austausch für die beiden so wichtig. Was tun andere und können wir das auch machen?

Nicht nur die Kirchen sehen die beiden in Sachen Schöpfungsbewahrung in der Pflicht: „Die EU muss zusätzlich als Vorbild agieren und ihre Ziele bis 2030 für eine bessere Welt erhöhen, nur so können die anderen Staaten sich ein Beispiel daran nehmen und mitziehen“, erklärt Wacker. (Silvia Gattinger/ts)


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