Senioren Kolping bietet Extra-Programm für die Generation 60+

07.11.2019

In den kirchlichen Verbänden und Gemeinschaften gibt es immer mehr Menschen jenseits der 60. Auch bei Kolping hat man sich darauf eingestellt. Und das schon vor 20 Jahren.

Senioren beim Wandern
Senioren beim Wandern © ARochau - stock.adobe.com

München - "Vielleicht habe ich ja noch ein paar schöne Jahre“. Das haben sich früher die meisten Menschen gedacht, wenn nach der Kindererziehung und einem intensiven Berufsleben die Rente in Sicht war. Heutzutage haben Senioren ganz andere Perspektiven. Wer einigermaßen gesund und ohne finanzielle Sorgen ins Rentenalter kommt, hat in der Regel noch einmal einen komplett neuen Lebensabschnitt vor sich. Bei Kolping hat man die Entwicklung schon vor knapp 20 Jahren erkannt.

Spezielle Angebote für Senioren

Luise Ruhland gehörte damals zu den Pionieren im Team 60+ des Diözesanverbands, die sich vorgenommen hatten, eine eigenständige Seniorenarbeit auf den Weg zu bringen. Sie brachte ihren gesamten Erfahrungsschatz aus der Kommunalpolitik in die Verbandsarbeit mit. Als Seniorenreferentin im Mühldorfer Stadtrat wusste Ruhland, wie wichtig es war, neben der generationenübergreifenden Arbeit auch spezielle Angebote für Senioren zu machen. Denn auch wenn die Älteren länger fit bleiben als früher, müssten die Aktivitäten doch so gestaltet sein, dass die Senioren sich dabei wohl fühlten.

Mehr Geselligkeit und Gebet

Wanderungen zum Beispiel müssten kürzer und damit weniger anstrengend sein, erklärt Ruhland. Auch steige im Alter das Bedürfnis nach Geselligkeit. Deshalb endeten die meisten Veranstaltungen mit einem Besuch im Wirtshaus. Bei sich selbst habe sie zudem gemerkt, dass sie in puncto Spiritualität andere Bedürfnisse habe als in jungen Jahren. „Es kommen im Alter Ängste, die früher nicht da waren“, erklärt die 80-Jährige. Dadurch nähmen Gebet und Gottesdienst im Vergleich zu früher einen wichtigeren Platz ein.

Ferdinand Specht und Luise Ruhland
Ferdinand Specht und Luise Ruhland © SMB/Hasel

Neben Spaß, Gemeinschaftserlebnis und religiösem Leben sei es auch gut, im Alter noch eine Aufgabe zu haben. Für Ferdinand Specht und seine Kolpingsfamilie in Puchheim war das Ansporn, einen Seniorenfahrdienst ins Leben zu rufen. Dafür habe die Stadt Puchheim vor gut zehn Jahren sogar einen Kleinbus zur Verfügung gestellt, erzählt Specht. Am Wochenende fahren die rüstigen Kolperer damit die Senioren, die nicht mehr mobil sind, zum Einkaufen, zur Kirche oder zum Kaffee-Kränzchen.

Nur nicht nachlassen

Neben dem Fahrdienst in seiner Stadt kümmert sich Specht auch um die diözesanen Angebote für Senioren. Dabei haben es ihm die Begegnungstage besonders angetan. Die finden jedes Jahr in einem anderen Kloster statt. Zuletzt haben die Kolping-Senioren im Oktober die Missionsbenediktiner in St. Ottilien besucht. Dort haben sie am Chorgebet teilgenommen, sind gewandert und haben sich die Landwirtschaft der Mönche angeschaut. Mit dem reichhaltigen Programm seien über die Jahre Erwartungen geweckt worden, die man mehr oder weniger erfüllen müsse, sagen die beiden Kolping-Senioren aber auch nachdenklich. „Nicht nachlassen und müde werden“ ist deshalb für die Kolping-Senioren die wichtigste Zukunftsaufgabe, die das Team 60+ meistern muss.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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