Kolpingstunde Kolping in der Handwerkskammer

28.04.2019

Auch wenn die Zeit der Gesellenvereine längst vorbei ist, sind deren Anliegen bis heute aktuell geblieben. Das zeigt sich auch im Engagement des Kolpingwerkes in der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Im Mai werden die Mitglieder für die Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern neu gewählt. Das Kuriose dabei: Abstimmen dürfen die Wahlberechtigten nicht wirklich. Denn es findet wieder einmal eine sogenannte Friedenswahl statt. Das bedeutet, dass das Kolpingwerk und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nicht getrennt voneinander antreten, sondern gemeinsam eine Arbeitnehmerliste bilden. Auch die Arbeitgeber treten in der Regel mit nur einer Liste an. Beide Listen sind dann mit Ablauf des Wahltermins einfach gewählt. Für Hans Maier, der bei Kolping den Diözesanfachausschuss Arbeitswelt und Soziales leitet, ist die Möglichkeit der Friedenswahl ein Glücksfall. Denn ohne die Listenkooperation mit dem DGB wäre es für Kolping schwierig, ausreichend geeignete Kandidaten zu finden. Da müsse zum einen für ganz Oberbayern der Regionalproporz berücksichtigt werden. Außerdem brauche man auch Frauen, die antreten wollen, erklärt Maier. Und natürlich müsse man die einzelnen Gewerke und Berufsgruppen innerhalb des Handwerks abdecken.

Für die kommende Wahlperiode haben es Maier und sein Ausschuss aber erst einmal wieder geschafft: Zehn Kolpingmitglieder stehen auf der Liste, dazu kommen zehn Kandidaten vom DGB. Und dann ist da noch der Vizepräsident der Handwerkskammer Markus Haßelbeck. Er steht auch auf der Liste und ist eine Art Bindeglied zwischen Kolping und dem DGB. Denn er ist bei beiden Mitglied und weiß, wie man die zwei auf den ersten Blick unterschiedlichen Lager zusammenführen kann. Bei den Grundanliegen sei man gar nicht so weit auseinander, so Haßelbeck. Zum Beispiel trete man gemeinsam für flächendeckende Tarifverträge ein, weil beiden klar sei, dass die derzeitige Vollbeschäftigung und vollen Auftragsbücher nicht automatisch zu besserer Bezahlung der Mitarbeiter führen. Hans Maier beschreibt die Kooperation als "offenes Verhältnis". Man wolle das Beste für den Arbeitnehmer erreichen und dafür sei der DGB ein sehr guter Partner. Gemeinsame Fortbildungen und Veranstaltungen seien mittlerweile etwas ganz Selbstverständliches. Auch spreche man sich bei Entscheidungen vorher ab, damit man nicht nach außen mit zweierlei Argumenten auftrete. Ob die Fortsetzung der jahrzehntelangen Kooperation zwischen Kolping und dem DGB auch weiterhin von Erfolg gekrönt sein wird, wird sich ab dem 25. Juni zeigen. Dann kommt die neu gewählte Vollversammlung der Handwerkskammer zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

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Kolping in der Handwerkskammer

Kolpingstunde

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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