Caritas-Marienstift Gauting Kraftquelle für das ganze Haus

18.06.2019

Kardinal Reinhard Marx hat die Kapelle im neuen Caritas-Altenheim in Gauting geweiht. Die drei neuen Gebäude der Einrichtung bieten bis zu 118 Bewohnern Platz.

Kardinal Reinhard Marx trifft Bewohner des Marienstifts.
Kardinal Reinhard Marx trifft Bewohner des Marienstifts. © Kiderle

Gauting – „Hier vorne ist noch Platz“, winkt Kardinal Reinhard Marx ein paar Nachzügler zu sich. Beim Festgottesdienst mit Altarweihe ist die Hauskapelle so überfüllt, dass die Feier auch in die Cafeteria übertragen wird und zudem im Foyer viele Anwesende stehen. Doch ganz vorn gibt es tatsächlich noch einige Plätze. Der Münchner Erzbischof zeigt durch diese Geste, dass eine Kapelle immer zum Hereinkommen und Verweilen einlädt. „Die Kirche ist mehr als die Pfarrei“, betont Kardinal Marx in seiner Begrüßung. Die Sorge für die Kranken, Schwachen und Alten gehöre maßgeblich zu ihren Aufgaben. Deshalb freue er sich, dass er diesen neuen Gebäudekomplex einweihen könne.

Das Caritas-Marienstift besteht aus drei modernen Gebäuden.
Das Caritas-Marienstift besteht aus drei modernen Gebäuden. © Kiderle

Noch nicht alle Räume belegt

Fünf Jahre lang haben die Gautinger warten müssen, bis nach dem Abbruch des alten Marienstifts das neue Caritas-Altenheim eingeweiht werden kann. Es besteht aus drei modernen Gebäuden und bietet bis zu 118 Bewohnerinnen und Bewohnern Platz. Neben Betreutem Wohnen in Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen gibt es eine Tagespflege mit 20 Plätzen und 51 Plätze im vollstationären Bereich. Noch sind nicht alle Räume belegt, da das Haus so neu ist, doch 72 ältere Menschen leben hier bereits.

Viele von ihnen nehmen ebenso wie zahlreiche geladene Gäste von außen an der Einweihung der Hauskapelle teil. „Nicht ein Gebäude, sondern der lebendige Mensch ist das schönste Bild Gottes“, betont der Münchner Erzbischof in seiner Predigt. Jeder und jede habe als Abbild Gottes eine unverwechselbare Würde. Und die Menschen kündeten von Gott, in ihnen zeige er sich.

Kardinal Marx besprengt den Altar der Kapelle mit Weihwasser.
Kardinal Marx besprengt den Altar der Kapelle mit Weihwasser. © Kiderle

Netzwerk des Glaubens

Kardinal Marx kritisiert die gesellschaftliche Debatte um die so genannte „Alterspyramide“: „Seien wir doch froh, dass die Menschen immer älter werden“, sagt er und erntet dafür manch zustimmendes Kopfnicken. Eine menschenwürdige Gesellschaft müsse sich daran messen lassen, wie sie mit ihren Alten umgehe. Marx wünscht sich Wertschätzung für die Älteren, aber auch für diejenigen, die hier als Fachkräfte ihre Berufung gefunden hätten sowie für die Ehrenamtlichen, die sich für alte Menschen engagierten. „Das ist ein Netzwerk des Glaubens“, betont Marx und wünscht dem neuen Marienstift unter anderem, dass es gute Kontakte zur Gautinger Pfarrei pflegen kann.

Schließlich weiht der Münchner Erzbischof den Altar: Nachdem er ihn mit Weihwasser besprengt und mit Öl gesalbt hat, entzündet er Weihrauch darauf. Schließlich wird der Tisch des Herrn für die erste Messfeier vorbereitet. „Der Altar und das, was darauf geschieht, ist die Kraftquelle für das ganze Haus“, erklärt Kardinal Marx. Dann feiert die versammelte Gemeinde Eucharistie.

Der entzündete Weihrauch auf dem Altar
Der entzündete Weihrauch auf dem Altar © Kiderle

Idealer Standort

Caritasdirektor Georg Falterbaum begrüßt anschließend zum zweiten Teil der Veranstaltung. Unter der Moderation von Doris Schneider, Geschäftsführerin der Caritas-Altenheime, gibt es noch eine Diskussionsrunde. Dabei betont der stellvertretende Bürgermeister von Gauting, Jürgen Sklarek, dass der Standort inmitten der Gemeinde ideal sei. So könnten auch Menschen mit Beeinträchtigung noch am sozialen Leben der Gemeinde teilhaben. Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier und Heimleiter Sebastian Etzel heben den bewohnerorientierten Ansatz des Altenheims hervor: Hier dürfen alle ihre Gewohnheiten beibehalten, wie zum Beispiel früh oder spät zu frühstücken. Alle sollen sich hier wohlfühlen können. „Darf ich hier auch meine Zigarre haben?“, fragt der Münchner Erzbischof launig und alle lachen. Die Antwort lautet Ja.

Schließlich wird das restaurierte Wandmosaik „Abstraktion“ des Künstlers Adolf Kleemann aus dem Jahr 1969 enthüllt. Es hing bereits im früheren Gebäude und schlägt nun eine Brücke der Kontinuität zwischen alt und neu. (Gabriele Riffert)


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