Gegen den Reformdialog Kritiker des Synodalen Wegs in München versammelt

20.01.2020

"Eine von Rom getrennte Kirche" fürchtet die Laien-Initiative "Acies Ordinata". Als Demonstrationsort wurde ganz bewusst München ausgewählt.

Frauen bei einer Demonstration in Rom.
Acies Ordinata organisierte schon zur Amzonassynode im Herbst 2019 eine Demonstration in Rom. © imago images / Pacific Press Agency

München/Rom – Die katholische Laien-Initiative "Acies Ordinata" hat in München gegen den Reformdialog der katholischen Kirche in Deutschland protestiert. Das Ergebnis des Synodalen Wegs könne "nichts anderes sein als die Gründung einer von Rom getrennten Kirche", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Die Gruppierung hielt am selben Tag eine Kundgebung vor der Theatinerkirche in der bayerischen Landeshauptstadt ab. Laut einem Reporter der US-Zeitschrift "National Catholic Register" versammelten sich Gläubige diverser Nationalitäten zum stillen Gebet. Auf Twitter publizierte Fotos zeigen mehrere Dutzend Teilnehmer.

Klarheit von Papst Franziskus gefordert

Zur Wahl Münchens sagte der Historiker Roberto de Mattei dem Portal "Corrispondenza Romana", einer Plattform für konservative Papstkritiker, für den Ort habe man sich entschieden, weil der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, dort seinen Amtssitz als Erzbischof von München und Freising habe.

In der "Acies Ordinata"-Erklärung wird "Klarheit" von Papst Franziskus gefordert: "Er missbilligt weder die Positionen der deutschen Bischöfe noch ihr Ziel, die Ausdehnung der 'verbindlichen' Beschlüsse ihres 'synodalen Weges' auf die ganze Kirche. Wenn er ihre lehramtlichen Abweichungen teilt, soll er den Mut haben, es offen zu sagen", hieß es.

Die deutschen Bischöfe werden aufgefordert, "so ehrlich zu sein, den 'synodalen Weg' bis zu seinem logischen Ziel zu Ende zu bringen, nämlich der Gründung einer neuen Kirche mit deutsch-amazonischem Gesicht, getrennt von der katholischen, apostolischen und römischen Kirche". Die deutschen Katholiken schließlich sollten die Zahlung der Kirchensteuer einstellen, die die "notwendige finanzielle Basis zur Durchführung des 'synodalen Weges' bildet".

Ausfforderung zum Amtsverzicht

Unter den Teilnehmern war nach Angaben des "National Catholic Register" der frühere Papstbotschafter in den USA, Carlo Maria Vigano. Der Erzbischof trat seit rund anderthalb Jahren erstmals wieder öffentlich auf. Im August 2018 bezichtigte Vigano Papst Franziskus eines laxen Umgangs mit sittlichen Verfehlungen und Homosexualität im Klerus. Den Papst und mehrere Kardinäle forderte er zum Amtsverzicht auf.

Ebenfalls in München zugegen war laut "National Catholic Register" der österreichische Aktivist Alexander Tschugguel, der während der Amazonas-Synode in Rom aus Protest gegen angeblichen Götzendienst mehrere Holzfiguren eines indigenen Künstlers aus einer Kirche entwendet und in den Tiber geworfen hatte.

Mit dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg wollen die Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) unter anderem nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Die erste Vollversammlung mit rund 230 Delegierten findet vom 30. Januar bis 1. Februar in Frankfurt statt. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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