Insolvenz von Weltbild Krüger: Wegbrechen des Buchhandels wäre Katastrophe

13.01.2014

Nach dem Weltbild-Insolvenzantrag fürchtet Michael Krüger negative Auswirkungen auf den Buchhandel. Der gerade aus der Rolle des Verlagschefs ausgeschiedene Doyen der deutschen Literaturlandschaft sagte in einem Interview mit dem Münchner Kirchenradio, das Wegbrechen des Buchhandels könne in Deutschland zum Problem werden.

Michael Krüger (Bild: Wikipedia)

München - Es sei zu spät ein Gegeninstrument zum Internethändler "Amazon" entwickelt worden, sagte Michael Krüger. Er hoffe, dass die Insolvenz von "Weltbild" nicht auch die Buchkette in Mitleidenschaft ziehen werde. Deutschland sei im Begriff, ein Literaturland zu werden. Aber das Wegbrechen des Buchhandels könne für die Literatur zum Problem werden. Dadurch würde die unglückliche Situation entstehen, dass es immer mehr gute Bücher für immer weniger Leser gäbe.

Zur Zeit schrieben besonders viele interessante deutsche Autorinnen und Autoren. Durch Förderungen, Preise und viele Literaturhäuser sei eine gute Infrastruktur geschaffen worden für Schreibende. In der Buch Handels GmbH agiert die Buchhändlerfamilie Hugendubel unter einem Dach mit dem angeschlagenen Weltbild-Konzern. Eine von beiden Seiten gewünschte Auflösung der Holding konnte nicht mehr rechtzeitig vor dem Insolvenzantrag vollzogen werden. (gh)


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