Umnutzung von Kirchen Küche im Altarraum

30.07.2019

Das Kirchenschiff wird zum Wohnzimmer, der Altarraum zur Küche oder zur Kneipe - die Umnutzung von Kirchen ist ein Thema, mit dem sich Autorin Tanja Bergold nicht so leicht anfreunden kann.

Aus der ehemaligen St. Aegidien-Kirche im niedersächsischen Hann. Münden wurde das Cafe Aegidius.
Aus der ehemaligen St. Aegidien-Kirche im niedersächsischen Hann. Münden wurde das Cafe Aegidius. © imago/ecomedia/robert fishman

Ich blättere in einer Zeitschrift. Darin ein Artikel über ein australisches Ehepaar, das sich seinen Traum vom besonderen Eigenheim verwirklicht hat – in einer ehemaligen Kirche. Das Kirchenschiff wird zum Wohnzimmer, der Altarraum zur Küche, der längst stillgelegte Friedhof zum Garten. Weitere Beispiele: Kirche als Hotel, als Kneipe oder – damit kann ich mich eher anfreunden – als Raum für Ausstellungen, Diskussionsabende oder Jugendtreffs.

In Zeiten von Priestermangel und einer schwindenden Anzahl an Gottesdienstbesuchern ist das für Pater Friedrich und mich durchaus eine Diskussion wert. Auf dem Instagram-Kanal von mk online haben wir dazu eine Umfrage gemacht: 44,4 Prozent finden eine Umnutzung von Kirchen in Ordnung, 55,6 Prozent können damit eher nichts anfangen. Ein relativ knappes Ergebnis.

Viele Erinnerungen

Auch ich tue mir schwer mit dem Gedanken, dass unsere wunderschöne Dorfkirche zu Wohnungen oder Ausstellungsräumen umgebaut wird. Erinnerungen an Taufen, Hochzeiten, meine Erstkommunion und vieles mehr hängen daran.

Gleichzeitig fällt auch mir auf: Die Kirchen werden leerer. Pfarrer, die längst in Rente sind, feiern Gottesdienst, weil dieser „Service“ sonst überhaupt nicht zu stemmen wäre. Es wäre realitätsfremd, alles beim Alten zu belassen. Der Vatikan hat Leitlinien zur Umnutzung entworfen, auch im Erzbistum München und Freising macht man sich Gedanken und entwickelt Ideen.

Verbrauchte Ressourcen

Ein anderes Thema ist jetzt schon Realität! Der „Earth Overshoot Day“ war in diesem Jahr bereits am 29. Juli. Also der Tag, an dem die Menschen alles aufgebraucht haben, was unsere wunderschöne Erde ihnen an natürlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt hat. Zum Vergleich: 2018 war Stichtag der 1. August, und bei seiner Premiere im Jahr 1970 war es der 29. Dezember!

Wir kennen die Ursachen längst – darunter die Überfischung der Meere, Versiegelung der Böden, Abholzung der Regenwälder. Wir beuten unseren Planeten aus. Wir kennen aber auch die Lösungen: weniger Fleisch, weniger Kohlenstoffdioxid, weniger Erdbeeren im Winter. Wenn wir unseren Kindern und Enkeln keinen „Earth Overshoot Day“ im Januar hinterlassen wollen, müssen wir jetzt sofort handeln. Wie Sie das auch auf Reisen tun können – wir geben Ihnen Tipps für fast alle Urlaubslagen. Hören Sie doch einfach rein!

9§§Die Autorin Tanja Bergold moderiert zusammen mit Pater Alfons Friedrich jeden ersten Donnerstag im Monat um 16 Uhr die Sendung „Die Bergold und der Pater“ im Münchner Kirchenradio. Beide sprechen darin über Themen, die bewegen. Die Journalistin und der Pater schlagen dabei neue Seiten auf, suchen auch die kleinen Geschichten des Lebens und nehmen kein Blatt vor den Mund.
Wir freuen uns über Feedback, Anregungen, Kritik, Ideen und Wünsche – einfach über Post von Ihnen. Schreiben Sie uns gerne an studio@muenchner-kirchenradio.de. Mit Glück schaffen Sie es in unsere Sendungen – eine Antwort bekommen Sie natürlich auch.

Die Autorin
Tanja Bergold
Leiterin Programmentwicklung im Münchner Kirchenradio
t.bergold@st-michaelsbund.de


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