Leiter des Päpstlichen Einheitsrats Kurienkardinal Koch setzt weiter auf Panorthodoxes Konzil

10.06.2016

14 orthodoxe Kirchen wollten auf dem Panorthodoxen Konzil vom 19. bis 26. Juni ihre Streitfragen klären. Seit 1961 wird es bereits vorbereitet und gerade jetzt kurz vor Beginn gibt es Rufe nach einer Verschiebung. Der katholische Kurienkardinal Kurt Koch hofft, dass es trotzdem stattfindet.

Kurienkardinal Kurt Koch
Kurienkardinal Kurt Koch (Bild: imago/RDB) © imago/RDB

Bonn – Trotz der laufenden Debatte über die geplante Versammlung der orthodoxen Kirchen setzt Kurienkardinal Kurt Koch weiter auf das Panorthodoxe Konzil. "Es wäre ein ganz schwieriges Zeichen, wenn es nicht stattfinden könnte", sagte Koch am Freitag dem Internetportal katholisch.de. "Ein Konzil ist schließlich auch dazu da, dass man Meinungsverschiedenheiten bereinigt", so der Kardinal, der im Vatikan als Leiter des Päpstlichen Einheitsrates unter anderem für die Beziehungen zur Orthodoxie zuständig ist. Er sei zuversichtlich, dass das Kirchentreffen allen Querelen zum Trotz stattfinden könne.

Das Konzil wird seit 1961 vorbereitet und wäre die erste Kirchenversammlung dieser Art in der Neuzeit. Es soll vom 19. Juni bis 26. Juni auf Kreta stattfinden und der Einheit der 14 eigenständigen orthodoxen Kirchen dienen sowie innerorthodoxe Streitfragen klären und über die Beziehungen zur nichtorthodoxen Welt beraten. Zuletzt forderte die serbisch-orthodoxe Kirche als dritte Landeskirche (nach den Kirchen von Bulgarien und Antiochien mit Sitz im Libanon) eine Verschiebung der Versammlung. Begründet wurde dies unter anderem mit Einwänden gegen die sechs vorliegenden Dokumentenentwürfe. Derzeit ist unklar, ob das Konzil überhaupt stattfindet.

Wichtig: Präsenz zeigen

Koch selbst ist zusammen mit dem Sekretär des Päpstlichen Einheitsrates, Bischof Brian Farrell, als Beobachter zu dem Treffen eingeladen. "Wir sind vor allem am Anfang und am Ende bei den gottesdienstlichen Feiern anwesend." Zu den Beratungen selber seien die Beobachter nicht zugelassen, erhielten aber täglich Informationen über den Fortgang der Versammlung. "Wichtig ist für mich vor allem die Präsenz bei diesem Ereignis", betonte der Kurienkardinal. "Es ist positiv, dass die katholische Kirche durch Beobachter anwesend sein kann. Denn es zeigt, dass die Orthodoxie die Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen als etwas Wichtiges betrachtet."

Mit Blick speziell auf den Dialog der katholischen mit den orthodoxen Kirchen verwies Koch auf die sogenannte internationale gemischte Kommission, an der alle orthodoxen Kirchen - ausgenommen Bulgarien - beteiligt seien. Das nächste Treffen dieser Kommission soll im September im italienischen Chieti stattfinden.

Das Verhältnis zu den einzelnen orthodoxen Kirchen beschrieb Koch als "sehr unterschiedlich". Mit dem Patriarchat von Konstantinopel unterhalte der Vatikan "seit langer Zeit hervorragende Beziehungen". Der Kontakt zu Moskau sei durch die Begegnung von Papst Franziskus mit dem russisch-orthodoxen Patriarch Kyrill I. im Februar auf Kuba "einen ganz großen Schritt weitergekommen". (KNA)


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