Neugestaltung KZ-Gedenkstätten-Leiterin erfreut über Kabinettsbeschluss

23.01.2020

Die Staatsregierung hat dem Konzept der Neugestaltung von Dachau zugestimmt. Gabriele Hammermann will mit ihrem Team einen modernen und internationalen Lern- und Gedenkort umsetzen.

Kunstinstallation in der Gedenkstätte Dachau.
Die Gedenkstätte Dachau soll neu gestaltet werden. © imago images / Revierfoto

Dachau – Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, zeigt sich erfreut, dass die Staatsregierung das Konzept der Neugestaltung dieses Ortes befürwortet. "Wir haben im vergangenen Jahr intensiv an der Konzeption gearbeitet", erklärte Hammermann am Dienstag in Dachau. An der Schwelle zu einem Zeitalter ohne Zeitzeugen biete sich nun die historische Chance, einen modernen und zukunftsfähigen internationalen Lern- und Gedenkort zu gestalten.

Für sie und ihre Mitarbeiter sei die Unterstützung durch die Staatsregierung ein Zeichen der Anerkennung für die geleistete Arbeit, so die Leiterin. Zugleich sei damit auch der Auftrag verbunden, die Gedenkstätte als zentralen Erinnerungsort an die Opfer des KZ-Systems konsequent weiterzuentwickeln. Die KZ-Gedenkstätte Dachau wurde 1965 auf Betreiben ehemaliger KZ-Häftlinge eingerichtet. Die derzeitige Dauerausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude gibt es seit 2003. Mit jährlich einer Million Menschen ist die KZ-Gedenkstätte Dachau nach eigenen Angaben die meistbesuchte KZ-Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland.

Neue Forschungsergebnisse und innovative Strategien

In den vergangenen Jahren konnten laut Mitteilung bereits viele Projekte durch die stetige Förderung des Freistaats sowie der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien realisiert werden. 2009 seien das Besucherzentrum an der Pater-Roth-Straße eingeweiht worden, die Erneuerung des Besucherparkplatzes stehe vor dem Abschluss und gegenwärtig werde ein neuer Dokumentarfilm für die Dauerausstellung produziert.

Das nun vorgelegte Konzept enthalte umfassende Überlegungen zur künftigen Nutzung des historischen Gebäudebestandes unter Einbezug bisher nicht genutzter Gebäude, heißt es. Wegweisende neue Forschungsergebnisse und innovative Strategien der historisch-politischen Bildung kämen dabei zum Tragen.

Das im März 1933 in Dachau bei München errichtete KZ diente als Modell für alle späteren nationalsozialistischen Konzentrationslager. Die SS verschleppte aus ganz Europa gezielt auch Priester nach Dachau. In den zwölf Jahren seines Bestehens waren dort und in zahlreichen Außenlagern mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Etwa 41.500 Häftlinge wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten US-amerikanische Soldaten die Überlebenden. (kna)


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