24. Dezember fällt auf Sonntag Ladenöffnung an Heiligabend wird abgelehnt

14.11.2017

Nicht nur die katholische Kirche ist gegen eine Ladenöffnung an Heiligabend, der 2017 auf einen Sonntag fällt. Auch eine überwältigende Mehrheit unserer Facebook-User will nicht am 24. Dezember einkaufen.

An Heiligabend, einem Sonntag, werden die Fußgängerzonen trotz Sonderöffnungszeiten wohl nicht so voll werden, wie auf diesem Bild.
An Heiligabend, einem Sonntag, werden die Fußgängerzonen trotz Sonderöffnungszeiten wohl nicht so voll werden, wie auf diesem Foto. © Fotolia.com/Smileus

München – Es ist ein Sonderfall mit gesellschaftlichem Streitpotential. Heiligabend, der 24. Dezember, fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Dies bedeutet, dass nach dem Bundesladenschlussgesetz auch in Bayern bestimmte Läden an diesem Sonntag geöffnet sein dürfen. Neben Geschäften, die sonntags sowieso immer geöffnet haben – wie zum Beispiel Bäckereien – gilt dies zum einen für "Verkaufsstellen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel" anbieten, also etwa Supermärkte, und zum anderen für "Verkaufsstellen für die Abgabe von Weihnachtsbäumen". Läden, die diese Kriterien erfüllen, dürfen also an Heiligabend ihre Türen öffnen, allerdings auch nur für "höchstens drei Stunden" und "längstens" bis 14 Uhr.

Frische Lebensmittel für die Festtage

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer bei "CityPartner München e.V.", sieht angesichts dieser Regelung keine Grundlage für unnötige Polemik. Von einem "Shopping-Sonntag" könne keine Rede sein. "Wir sprechen hier über einen minimalen Bruchteil der Handelsunternehmen – und auch der Beschäftigten", so der Vertreter der Unternehmensinitiative der Münchner Innenstadt. Fischer erinnert auch daran, dass der Sonderfall eines sonntäglichen Heiligabends in den vergangenen 40 Jahren sowieso nur fünfmal vorgekommen sei. Die (begrenzte) Öffnung der Läden biete den Kunden aber die Chance "die an Weihnachten häufig vorbestellten, frischen Lebensmittel für die Festtage am Morgen beim Metzger, Bäcker, Feinkost- oder Fischgeschäft abzuholen".

Die katholische Kirche in Deutschland lehnt hingegen eine Ladenöffnung an Heiligabend grundsätzlich ab. "Der Sonntag darf nicht preisgegeben werden. Erst recht nicht an Heiligabend, an dem Gott selbst ganz Mensch wird", erklärt Diakon Michael Wagner, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Erzbistum München und Freising. Der Sonntag sei ein heiliges Geschenk. Er schenke die Zeit, die dem Leben des Menschen Sinn geben würde: "Die Zeit der Familie, des Miteinanders, für Gott", schreibt Wagner in einem Kommentar für die Münchner Kirchenzeitung.

97 Prozent gegen Ladenöffnung

Insgesamt betrachtet sorgt das Thema derzeit aber nur für wenig Aufregung. Viele Supermärkte und Discounter haben bereits angekündigt, ihre Filialen an Heiligabend nicht zu öffnen. Die Bevölkerung begrüßt dieses Vorhaben laut verschiedener Umfragen mit großer Mehrheit. Auch die Facebook-User von mk online sprachen sich in einer nicht repräsentativen Umfrage mit überwältigender Mehrheit (rund 97 Prozent) gegen das Einkaufen am 24. Dezember aus. Von 688 Teilnehmern wollten nur etwa drei Prozent an Heiligabend zur Einkaufstasche greifen.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de


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