Filmabend des Diözesanrats Laien stehen hinter dem Papst

13.07.2018

Der Diözesanrat im Erzbistum hat zum Kinoabend mit dem Papst-Film von Wim Wenders geladen. Wie die Dokumentation bei Kardinal Marx und den Laienvertretern ankam, lesen Sie hier.

Der Diözesanrat lud zum Filmabend mit Kardinal Marx (Mitte) in das Kino "Münchner Freiheit".
Der Diözesanrat lud zum Filmabend mit Kardinal Marx (Mitte) in das Kino "Münchner Freiheit". © SMB/Schlaug

München – Wenn es einer beurteilen kann, dann er. „Das ist der Papst, so wie er wirklich denkt“, sagt Kardinal Reinhard Marx. Zwischen dem Franziskus, der den Kinobesuchern derzeit auf der großen Leinwand begegnet, und dem, den der Erzbischof von München und Freising aus vielen Gesprächen und Begegnungen kennt, gäbe es keinen Unterschied.

Im Kino „Münchner Freiheit“ diskutierte der Kardinal am Donnerstagabend mit der früheren bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf über den neuen Wim Wenders-Film „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“. Zuvor hatten sich beide den Streifen auf Einladung des Diözesanrats der Katholiken in der Erzdiözese angeschaut. Die exklusive Filmvorführung sei auch als „Wertschätzung“ für die Arbeit der zahlreich erschienenen Mitglieder des Diözesanrats zu verstehen, betonte der Diözesanratsvorsitzende, Professor Hans Tremmel.

Kardinal Marx diskutierte mit der früheren bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf über "Papst Franziskus - ein Mann seines Wortes".
Kardinal Marx diskutierte mit der früheren bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf über "Papst Franziskus - ein Mann seines Wortes". © SMB/Schlaug

50 Fragen an den Papst

Für den Kinofilm stand Papst Franziskus Regisseur Wenders in vier langen Interviews zu rund 50 Fragen Rede und Antwort. Es geht um die wichtigen Themen unserer Zeit, von der Umweltzerstörung über soziale Gerechtigkeit bis hin zur Liebe. Auch zum Missbrauchsskandal innerhalb der Kirche und zu den von ihm angestoßenen Reformbemühungen nimmt der Papst Stellung. „Solange, wie eine Kirche ihre Hoffnung darauf setzt, reich zu sein, ist Jesus nicht darin zu Hause“, sagt Franziskus im Film.

Unterlegt sind die Interviews mit Bildern, die zeigen, wie der Papst seinem eigenen Auftrag nachkommt und mit seiner offenen und mitfühlenden Art an die Ränder der Gesellschaft geht. Man sieht einen Franziskus, der Häftlingen in den USA Mut zuspricht, der Flüchtlingen in Sammelunterkünften zuhört und Opfern von Naturkatastrophen Trost spendet.

Diözesanratsvorsitzender Hans Tremmel (links): "Die Laien im Erzbistum stehen hinter Papst Franziskus."
Diözesanratsvorsitzender Hans Tremmel (links): "Die Laien im Erzbistum stehen hinter Papst Franziskus." © SMB/Schlaug

Der lange Atem des Papstes

„Nabelschau interessiert den Papst nicht, ihn interessiert die Welt, die Armen“, erklärte Kardinal Marx beim von Medienpädagoge Franz Haider moderierten Gespräch zum Film. Er bewundere Franziskus „für seine Geduld“, so Kardinal Marx, „er hat einen langen Atem und lässt sich von seinen Grundüberzeugungen nicht abbringen“. Auf die Frage von Moderator Haider nach den Schattenseiten des Papstes antwortet der Erzbischof unter dem Schmunzeln der Zuschauer: „Die kenne ich nicht!“

Die frühere Umweltministerin Scharf, die auch Mitglied des Diözesanrats ist, betonte, die Papst-Dokumentation müsste eigentlich ein Pflichtfilm sein, „für alle, die Verantwortung tragen“. Die Umweltenzyklika des Papstes „Laudato si‘“ sei ein Instrument ihrer täglichen Arbeit als Ministerin gewesen, der Papst eine „Autorität, der viele vertrauen“, so die CSU-Politikerin.

Kein Grund zum Nachlassen

Auch die Mitglieder des Diözesanrats zeigten sich begeistert von dem Papst-Film. „Die Aussagen des Papstes zur Weltpolitik, die treffen schon zu“, erklärte Manfred Probst aus dem Münchner Stadtteil Berg am Laim. Die Dokumentation habe sie sehr beeindruckt, sagte Leni Gröbmaier, Bürgermeisterin von Dietramszell. „Der Film hat mich zu Tränen gerührt, aber oft auch zum Lächeln gebracht und Zuversicht vermittelt.“ Und Eva-Maria Heerde-Hinojosa ergänzte, Franziskus sei „ein solcher Mutmacher“, dass es eigentlich keinen Grund gebe, als Ehrenamtlicher in seinem Engagement nachzulassen.

Zum Abschluss des Filmabends fasste dann Diözesanratsvorsitzender Tremmel die Stimmung unter den Kinobesuchern gut zusammen. An Kardinal Marx gewandt, sagte er: „Richten Sie dem Heiligen Vater bitte aus, dass die Laien im Erzbistum München und Freising hinter ihm und seiner Botschaft stehen!“

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de


Das könnte Sie auch interessieren

Kardinal Reinhard Marx nahm sich ausgiebig Zeit für das Gespräch mit der Münchner Kirchenzeitung.
© Kiderle

Interview mit Kardinal Reinhard Marx "Jetzt bin ich in Bayern zu Hause"

Als gebürtiger Westfale lebt und arbeitet Kardinal Reinhard Marx seit über zehn Jahren in der Erzdiözese München und Freising. Im Gespräch mit der Münchner Kirchenzeitung erklärt er, was er unter...

25.07.2018

Staatsministerin trifft Erzbischof: Ilse Aigner im Gespräch mit Kardinal Reinhard Marx
© Kiderle

Treffen in Kardinal-Wendel-Haus Das Evangelium als roter Faden

Beim traditionellen Jahresempfang von Erzbischof und Diözesanrat dreht sich in diesem Jahr alles um das Miteinander.

19.07.2018

Kardinal Reinhard Marx (links) überreichte den Fritz-Gerlich-Filmpreis an Regisseur Talal Derki.
© Filmfest München 2018/Volker Rebhan

"Of Fathers and Sons" Fritz-Gerlich-Filmpreis für Talal Derki

Der Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons" hat in diesem Jahr auf dem Filmfest München den katholischen Fritz-Gerlich-Filmpreis erhalten. Darin zeigt Regisseur Derki das Innenleben einer...

05.07.2018

Hiltrud Schönheit ist neue Vorsitzende des Katholikenrats der Region München
© Kiderle

Laiengremium Neue Vorsitzende des Katholikenrats gewählt

Die katholischen Laien der Region München haben einen neuen Vorstand gewählt. Die Amtszeit dauert vier Jahre.

30.06.2018

Regisseur Wim Wenders und Papst Franziskus
© Universal Pictures

"Papst Franziskus - ein Mann seines Wortes" Wim Wenders bringt den Papst ins Kino

Einmal dem Papst über die Schulter schauen und ihm dabei noch Fragen stellen – wovon viele Katholiken träumen, ist jetzt für Regisseur Wim Wenders Wirklichkeit geworden. Herausgekommen ist der...

13.06.2018

Maria Magdalena (Rooney Mara) wird von Jesus (Joaquin Phoenix) getauft.
© Universal Pictures

Kinotipp: Maria Magdalena „Ich werde nicht schweigen“

Sie ist eine der bekanntesten Frauenfiguren des Christentums: Maria Magdalena. Ein Film zeigt sie nun in neuem Licht. Ob sich der Kinobesuch lohnt, erfahren Sie hier.

15.03.2018

© KNA

Vollversammlung Reden wir über Gott

Der Münchner Diözesanrat hat sich mit dem Thema "Jugend ohne Kirche" beschäftigt. Es geht aber um mehr als gute Organisation in der Jugendarbeit.

12.03.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren