Papstbrief zum Synodalen Weg Laien werden ernst genommen

01.07.2019

Papst Franziskus hat sich zur Situation der Kirche in Deutschland geäußert. In einem 28 seitiges Schreiben lobt er den eingeschlagenen synodalen Weg, setzt aber auch Leitplanken dafür. Ein Kommentar.

Papst äußert sich zum eingeschlagenen Weg der Deutschen Ortskirche
Papst äußert sich zum eingeschlagenen Weg der Deutschen Ortskirche © imago images / Independent Photo Agency

Der Papst adressiert sein Schreiben nicht nur an die Bischöfe, sondern an das pilgernde Volk. So eine Anrede gab es seit dem 2. Vatikanischen Konzil nicht mehr. Den Zustand der Kirche in Deutschland beschreibt das sehr treffend. Viele Gläubige sind auf dem Weg. Auf dem Weg die Kirche zu öffnen, sie wieder attraktiver zu machen. Treffend ist die Anrede auch, weil die Kirche wohl vor ähnlich umwälzenden Fragen steht, wie zu Beginn des 2. Vatikanischen Konzils. Einige der Fragen von heute sind zwar auch damals schon diskutiert worden, wie zum Beispiel der Zölibat. Andere wie die der „Viri Probati“, also die Priesterweihe von erprobten Familienvätern, oder die Weihe von Frauen, werden auch in anderen nationalen Bischofskonferenzen diskutiert.

Weltkirche im Blick behalten

In seinem Brief an die Katholiken in Deutschland lobt Papst Franziskus das Engagement und das Voranschreiten der Gläubigen in Deutschland. Gleichzeitig warnt er aber auch, die Weltkirche nicht aus den Augen zu verlieren. Die große Gefahr bei solchen fundamentalen Fragen ist, dass sich die Weltkirche spaltet. Darum müssen die Veränderungen mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Und: Es braucht eine gute Moderation der Veränderung. Denn den einen kann‘s nicht schnell genug gehen, den anderen aber ist der kleine Schritt schon zu viel.

Auch innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz gibt es dazu unterschiedliche Ansichten. Einig sind sich aber alle deutschen Oberhirten nach dem Papstbrief: Ein Weiter so wie bisher gibt es nicht. Selbst die größten Skeptiker des Synodalen Wegs, wie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer oder der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sehen das so.

Laien werden erst genommen

Das Wissen darum und auch, dass die Skandale der letzten Jahre nicht zu einem positiven Image der Kirche beitragen, hat die Bischöfe zumindest zu diesem kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht. Die Gefahr dabei ist, dass sich der Reformwille vor allem in der Erneuerung von Strukturen widerspiegelt, dass sie nicht tiefgreifender gehen. Papst Franziskus ermutigt alle offen den Weg zu beschreiten. Gleichzeitig muss er einräumen, es sei noch unklar wie der Synodale Weg aussieht. Die Gläubigen in so einer Situation mit ins Boot zu holen ist da eine gute Lösung. Es zeigt: Die Laien werden ernst genommen.

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Kommentar zum Papstbrief

Der Autor
Christian Moser
Radio-Redaktion
c.moser@st-michaelsbund.de


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