500 Jahre Reformation Landesbischof Bedford-Strohm predigt in St. Michael

14.07.2017

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wird am Sonntag in einer besonderen katholischen Kirche predigen. Darum wird es gehen:

Die Jesuitenkirche St.Michael steht für die Gegenreformation.
Die Jesuitenkirche St.Michael steht für die Gegenreformation. © imago

München – Die Jesuitenkirche St. Michael in München hat sich für das 500. Reformationsjubiläum etwas Besonderes ausgedacht: In der Reihe BACH2017 gibt sie dem ökumenischen Gedanken in der Musik von Johann Sebastian Bach Raum und lädt so zu einem Zyklus von Bach-Konzerten ein. Dazu predigen abwechselnd Persönlichkeiten aus der evangelischen und katholischen Kirche. An diesem Sonntag wird Heinrich Bedford-Strohm, der evangelische Landesbischof Bayerns, auf die Kanzel steigen.

„Es ist für mich eine riesige Freude, dass ich in St. Michael predigen darf“, sagte Bedford-Strohm dem Münchner Kirchenradio. „Man stelle sich vor: Der bayrische Landesbischof predigt in einem Gottesdienst mit Bachkantate, in dieser Kirche, die in vielem für die Gegenreformation steht.“

Ignatius und Luther hatten den gleichen Impuls

Schließlich waren die Jesuiten, die für St. Michael zuständig sind, einst die Speerspitze der Gegenreformation. Sie stritten nicht nur für eine Erneuerung der katholischen Kirche, sondern riefen – etwa in ihren Theaterstücken – geradezu zum Kampf gegen Martin Luther auf. Doch eigentlich waren ihre Anliegen sogar ähnlich zu denen des Reformators, meint Bedford-Strohm: „Christus neu entdecken – das war der Grundimpuls, der zur Reformation führte. Und das wollte auch Ignatius von Loyola. An der Stelle dachten beide gleich. Eigentlich wollte Luther gar keine neue Kirche gründen.“

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wird in St. Michael predigen.
Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wird in St. Michael predigen. © David Ebener

Bedford-Strohm schätzt die ökumenischen Exerzitien

Deswegen begrüßt der Landesbischof etwa das Projekt der ökumenischen Exerzitien – auch die Exerzitien gehen ja auf die Jesuiten zurück – und freut sich, dass viele Christen beider Konfessionen daran teilnehmen.

Ein bisschen verrät er schon, worüber er am Sonntag predigen wird, nämlich über den Fischfang des Petrus: „Die Jünger haben die ganze Nacht nichts gefangen, dann kommt Jesus und bringt sie dazu, es nochmals zu probieren. Er muss eine ungeheuer faszinierende Ausstrahlung gehabt haben. Ich glaube, es war die Liebe, die Jesus ausgestrahlt hat.“ Und die Liebe sei für Christen heute eine Möglichkeit, die Menschen für den Glauben zu gewinnen. Die Musik von Bach in dieser Kirche erleben zu können, ist für ihn neben der Predigt ein spezielles i-Tüpfelchen: „Sie öffnet das Herz für den Inhalt des Textes. Musik ist für mich ganz klar auch Verkündigung.“ (Eva-Maria Knappe)

Die Musik von Johann Sebastian Bach und die Predigt des Landesbischofs können Sie am Sonntag, 16. Juli, um 16 Uhr hören, in St. Michael in der Münchner Innenstadt.


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