Pfarrverband Glonnauer Land bekommt Pfarrheim Lang ersehnter Ort für Gemeinschaft

04.01.2018

Endlich bekommt der Pfarrverband Glonnauer Land ein Pfarrheim - noch dazu in einem historischen Gebäude mit sehr wechselvoller Geschichte.

Der historische Pfarrstadl beherbergt nun auch das lang ersehnte Pfarrheim.
Der historische Pfarrstadl beherbergt nun auch das lang ersehnte Pfarrheim. © Kiderle

Aufkirchen – Der letzte Tag des Jahres 2017 war zugleich der erste für das neue – und einzige – Pfarrheim im Pfarrverband Glonnauer Land (Dekanat Fürstenfeldbruck). Denn nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg in Aufkirchen zog die Festgemeinde am Silvestervormittag in den renovierten historischen Pfarrstadl, den Ordinariatsdirektor Monsignore Thomas Schlichting und Pfarrverbandsleiter Pfarrer Josef Heiß segneten.

„Jedes Pfarrheim ist ein Ort der Begegnung“, betonte Schlichting in seiner Ansprache und verwies auf die vielen Gruppen, die sich nun fortan hier treffen. Pfarrer Heiß stellte das neue Pfarrheim unter das geistliche Motto: „Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes“ (Röm 15,7). Dies solle auf die Beziehungen zwischen den Menschen hinweisen, aber auch auf einen „Ort der Gemeinschaft“, in der sich die Menschen angenommen wüssten.

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Interview mit Projektleiter Josua Käshammer

Monsignore Thomas Schlichting (Mitte) segnete die Räume gemeinsam mit Pfarrer Josef Heiß. © Kiderle

Investition in die Zukunft

Ein solcher Ort war auch dringend nötig, wie Josua Käshammer von der Kirchenverwaltung Aufkirchen betont, der den Bau als Projektleiter ehrenamtlich betreut hat. „Bisher gab es keine Räumlichkeiten für pastorale und gesellige Veranstaltungen, wir mussten auf Gaststätten oder Turnhallen ausweichen“, erzählt er dem Münchner Kirchenradio. „Somit wird das Pfarrheim sicherlich dazu beitragen, dass der neue Pfarrverband mit seinen sechs Pfarreien zusammenwächst, und ist auch eine Investition in die Zukunft sowie in die Jugend“, freut sich Käshammer. Das Gebäude biete auf rund 800 Quadratmetern zum Beispiel auch einen Probenraum für den Chor und Räume für die Ministranten und Jugendgruppen.

Käshammer erinnert auch an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes. Wohl um 1834 wurde es als Dreiseithof errichtet und diente zunächst dem wirtschaftlichem Unterhalt der Seelsorger. Nach einer Nutzung als Schulhaus wurde die Pfarrökonomie im Zweiten Weltkrieg zum Luftschutzbunker. Danach nutzten Landwirte das Gebäude als Wagenremise und Scheune, ehe es zunehmend verfiel und Mitte der 1980er Jahre abgerissen werden sollte. Dies verhinderte im letzten Augenblick eine Aufkirchener Bürgerin, die den Stadl vor den bereits anrückenden Baggern rettete.

Nach langjährigen Überlegungen wurde 1991 mit Sanierungsarbeiten begonnen, 1995 wurde im Westflügel ein Kindergarten in Betrieb genommen. Nach weiteren Planungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege starteten 2015 die Bauarbeiten zum Pfarrheim. Fünf Millionen Euro kostete die Sanierung, wovon 210.000 Euro von der Pfarrei und 195.000 Euro von Zuschussgebern (unter anderem die Gemeinde und Landkreis) und durch Spenden aufgebracht wurden. Den Hauptanteil finanzierte die Erzdiözese. (kid/ly/kbr)


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